Kreta, die fünftgrößte Insel des Mittelmeers, bietet viele Strände, sieben Monate Sonne, kapitale Kultur aus 7.000 Jahren und hohe Berge. Der Südosten wartet zudem mit archaischer Bauernromantik und dem Duft von Pinienharz auf, wie wir bei den Recherchen für diesen Reisebericht und das Reisevideo erleben durften.
An interessanten Kulturzielen herrscht im Umland von Iraklio, dem ältestem Siedlungsgebiet auf der Insel, kein Mangel. Dafür sorgen die pittoresken Marktgassen der vitalen Inselhauptstadt, dafür sorgt vor allem aber die abwechslungsreiche Umgebung. Venezianische Aquädukte und verträumte Renaissancevillen, die seit 3.500 Jahren verehrte Eileithyia-Höhle mit ihren phallischen Stalagmiten oder die minoischen Ausgrabungen des labyrinthischen Knossos verdichten sich im Herzen der Insel zu einem kulturellen Potpourri. Von den beständigen Reizen der landschaftlichen Hintergrundkulisse und den venezianisch wie osmanisch geprägten Städten Chania und Rethimno an der Nordküste gar nicht erst zu reden.
Blickt man von der Nordküste auf die Insel zurück, schieben sich bis in den Mai an vielen Stellen weiß gefrorene Berggipfel zwischen Himmel und Meer. Im Fall von Iraklio zeichnet der 811 Meter hohe Hausberg Juchtas gar das Profil des schlafenden Zeus ins mediterrane Blau. Da liegt er in der Sonne, auch nach der Mittagspause noch, und macht allen vor, wie das geht.
Auch die Weinbauern von Archanes fanden im Lauf der Zeit heraus, dass es sich bei ihrer Heimat um etwas Besonderes handelt. Dabei hätten sie nur auf die alten Redensarten hören müssen. Das "beste Stück Land" heißen die für die Rosaki-Traube bekannten Gründe im Süden von Iraklio seit je im Volksmund - ein wahres Wort, wie immer neue archäologische Funde belegen.
Reisevideo über Landschaften und Leute auf der Insel Kreta
In regelmäßigen Intervallen stießen die Bewohner unter ihren Häusern auf Fundamente von Palästen und Kultstätten, die unter dem Ort eine komplette Stadt der uralten Minoerkultur vermuten lassen. Allzu viel wollen sich die Winzer, Bäcker und Postbeamten der Gegend darauf freilich nicht einbilden.
In Fourni nahe Agios Nikolaos wiederum entdeckte ein Bauer, dass die Schwelle seines Weinkellers in Wirklichkeit der Dachgiebel eines darunter liegenden Gebäudes darstellte - woraufhin die auf den Plan gerufenen Archäologen die größte Nekropole der gesamten Ägäis ausbuddelten.
Wiege der abendländischen Kultur wird die Insel genannt, wobei so mancher archäologische Sensationsfund erst durch das genaue Studium antiker Mythen "verraten" wurde. Immer wieder entwirrte sich das unauflösliche Knäuel aus Fakten und Fiktion auf verblüffende Weise. Zeus verschleppt die Prinzessin Europa aus dem Osten nach Kreta, berichtet beispielsweise die Sage. Dahinter versteckt sich die Geschichte der Herkunft der Minoer, die Wissen aus Ägypten, Mesopotamien und Kleinasien nach Westen brachten, dabei auch die Hieroglyphenschrift vor Ort weiter entwickelten.
Resteuropa ging damals noch in Fellen und auch das griechische Festland, die allseits gerühmte Geburtsstätte der Klassik, hinkte Kretas Anfängen ein paar Jahrtausende hinterher.
Reisevideo "Kretas Gesichter" über die Isulaner und ihre Heimat Weitere Videos finden Sie in der interaktiven Kartte oben rechts, einfach auf die gelben Nadeln klicken
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Kulturreise Kreta
Britta (nicht überprüft) sagte vor 1 Jahr 2 Tage:
Also hier meine Tipps für Kreta: 1) Mit der Fähre von Athen übersetzten nach Heraklion (inzwischen gibt es eine Tagesfähre), dass ist die richtige Einstimmung für diese herrliche Insel! 2) Und dann mit den öffentlichen Bussen Kreta erkunden. Funktioniert supereinfach, ist günstig und man kriegt gleich viel mehr mit von Land und Leute. In der Nähe der Fähre liegt der zentrale Busbahnhof, der alle Ziele im Osten der Insel und auch die großen Orte wie Chania und Rethimnon im Norden der Insel bedient. Hier ist auch der komplette Fahrplan für die gesamte Insel erhältlich. Unter http://www.cretetravel.com/Bus_schedules/ kriegt man schon mal ein ganz guten Überblick über das Busnetz. 3) Von hier aus in die Lasithi-Hoechebene bis nach Tzermiádon fahren. Der Bus hält dort an einer zentralen, kleinen Platz direkt an dem Restaurant Kronio. Superleckeres Essen ! Und hier am besten nach einer Unterkunft fragen. Den Namen habe ich vergessen, steht auch in keinem Reiseführer drin, ist aber absolut phantastisch am Hang gelegen mit Blick über die gesamte Ebene. Zudem sind die Appartments bzw. Zimmer traumhaft schön eingerichtet. Einfach genial! Und dann in der Ebene oder in den Bergen, in der Nähe des Dorfes wandern!! 4) Anogia, ein noch "fast" typisches kretisches Bergdorf in der Nähe der Nidahochebene (Nähe Iraklion. Auch gut mit dem Bus zu erreichen; kann man auch als Zwischenstop auf dem Weg nach Rethimnon gut einbauen). Hier laufen die Kreter noch in Ihrer traditionellen Tracht herum (schwarze Stiefel, scharzes Kopftuch) und die Bergwelt ist fantastisch. Mein Hoteltip hier: http://www.marina.anogia.info Superschöner Blick, traumhaft schöne Zimmer. Hier macht es sicherlich Sinn ein Leihauto zu haben, da es sonst ein bißchen kompliziert ist, auf die Nida-Hochebene zu kommen 5) Nichts vorher buchen! Ohne Probleme sind vor Ort schöne, preiswerte Unterkünfte zu finden. Und die Verständigung ist auf englisch inzwischen kein Problem mehr, auch wenn ein paar Worte griechisch immer gut ankommen!
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