
Autor:
Frank Tophoven
InsiderTipps
Immer wieder sind wir kreuz und quer im Kykladen-Archipel unterwegs. Diesmal entdeckten wir im Abseits einen Insel-Geheimtipp. Klassisches Island Hopping!ዋ Lesen Sie unseren Reisebericht von der Insel Kithnos.
Eine Nacht auf der Ägäisfähre, im Schlafsack auf der Plastikbank auf dem Außendeck. Ab und an kriecht der Wind zwischen die schützenden Aufbauten; Stopps und Lärm in irgendwelchen Inselhäfen, die Morgendämmerung, ein Sonnenaufgang, der euphorisiert, und dann ist man romantisch frühstückshungrig und sowieso noch sehr müde.
Ich stehe an der Reling mit Pete, einem englischen Nomaden, der sich eine Kykladenreise gönnt. „Das fehlt mir immer in Indien, in den Tropen, wo ich lebe“, sagt Pete, „diese Luft der Ägäis, samtweich, klar und frisch.“
Gemächlich passiert die Fähre Kithnos, eine nicht sehr hohe, rotbraune und ockerfarbene Insel. Runde Hügel, vereinzelt stechen weiße Häuser heraus. Die Fähre läuft in den Hafen ein, wenige Menschen auf der Mole, ein paar Autos. Pete bleibt und ich verlasse das Schiff. Lediglich vier weitere Passagiere gehen mit mir von Bord.
Zwei Fischer arbeiten an ihren Netzen. Wir grüßen uns. Eine Taverne mit blauen Holzstühlen auf dem Pier, es ist halb acht und ich habe Glück: schon geöffnet. Es duftet nach frischen Croissants. Warme Croissants und starker Kaffee nach einer unruhigen Nacht. Möwen kreischen und am Tisch neben mir diskutieren zwei alte Männer die Zeitung.
Merichas, der Hafenort, ist klein, die Häuser sind weiß und neu. Es gibt einige Pensionen und Tavernen, wenige Geschäfte, einen schmalen Strand. Und einen Autoverleiher. Ein Wagen ist für mich reserviert. Ich bin mir da ganz sicher. Der Mann hinter dem Schreibtisch nicht. Ein Auto bekomme ich trotzdem.
„Unsere Straßen sind gut“, sagt der Mann, „aber es hat geregnet, deswegen steht an einigen Stellen ziemlich tiefes Wasser. Besser, du nimmst einen Jeep.“ Der Suzuki muss sehr alt sein. Um auf Allradantrieb umzuschalten, legt man an den Radnaben einen Hebel um. Der Mann erklärt’s mir, sagt, dass der Tank natürlich leer sei, und dann fahre ich los. Bis zur Tankstelle und danach mit vollem Tank über den Berg auf die andere Seite der Insel nach Loutra.
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