
Autor:
Klaus Bötig
InsiderTipps
Steckbrief Hydra
Karg und autofrei
Hydra gilt als eine der trockensten, steinigsten und unfruchtbarsten Inseln der Ägäis. Ihr Trinkwasser wird mit Tankschiffen vom Peloponnes herübergebracht. Dennoch war und ist sie ein Wohlstandsnest. Früher kamen die Hydrioten durch die Schwammtaucherei, Seehandel, Schmuggel und Piraterie zu Wohlstand. Ein kurzer Reisebericht.
Heute bringen Zehntausende von Tagesausflüglern auf Mini-Kreuzfahrt von Piräus aus und einige Dutzend Superreiche aus aller Welt, die auf Hydra ein Haus besitzen, Geld in die Kassen.
Das hat dazu geführt, dass die festungsgleichen Kapitänshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert prächtig in Schuss sind und die Kaimauer des Hafens von Bars, Cafés und Juweliergeschäften gesäumt wird. Die Schönheit des Orts lockt viele Künstler an, Hydra ist in. Anders als auf der Jet-Set-Insel Mykonos gibt man sich aber eher unauffällig. Mit dicken Motorrädern und Luxuskarossen kann auf Hydra ohnehin niemand protzen, da das Inselstädtchen autofrei ist. Deswegen warten zu jeder Schiffsankunft Esel als Faulpelz- und Lastenträger am Hafen.
Das Highlight schlechthin ist die Atmosphäre des Inselstädtchens. Wer dem Ansturm der Tagesausflügler entgehen will, läuft beispielsweise nach Kaminia hinüber oder rafft sich auf und wandert in einem Fußmarsch von ca. 90 Min. zu den Zwillingsklöstern Profitis Ilias (2 Mönche) und Agia Efpraxia (2 Nonnen) hinauf. Lohn der schweißtreibenden Mühe ist der Panoramablick bis zur Nachbarinsel Spetse und weit in den Peloponnes hinein.
Zum Sonnenuntergang geht's in die Taverne "Iliovassilema" auf der kanonenbestückten Terrasse westlich der Hafeneinfahrt. Auf dem kurzen Rückweg zum Hafen liegt links am Wasser der "Lagoudera Yacht Club", in dem Griechen exotische Kleinigkeiten wie in Bier gekochte Muscheln oder Graved Salmon genießen. Dann heißt es Treppen steigen, um zur Disko "Heaven" vor einem alten Kapitänshaus hoch über der Hafenbucht hinaufzusteigen. Zum Absacker schließlich treffen sich dann noch mal sämtliche Nachtschwärmer in den Cafés am Hafenrund.
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