
Autor:
Frank Tophoven
Weitere Reportagen
Skopelos & Alonissos Pinienduft und Kiefernwälder
InsiderTipps
Skiathos, Alonnissos und Skopelos sind als drei von Griechenlands malerischsten Eilanden keine Geheimtipps mehr, dennoch aber einen Reisebericht wert. Und: Im Frühjahr sind sie wenig besucht. Die Halbinsel Pilion dagegen ist fast unbekannt, dabei ist sie umwerfend schön und immer jeden Umweg wert.
Mit einer großen Reisetasche am Hafen stehen, auf die Fähre warten. Insel-Silhouetten schimmern im fernen Dunst wie blaue Schatten der Sehnsucht. Ein kräftiger Wind weht übers Meer und setzt den Wellen weiße Hauben auf. Die mediterrane Gelassenheit der Ägäis. Im Hafen ist das Wasser glatt. Die Motoren dröhnen, der Rumpf vibriert und dann schiebt sich die "Flying Dolphin" auf ihre Tragflächen und schießt hinaus auf die See. Wir jagen über eine spritzige Buckelpiste. Plötzlich stoppt das Boot, sinkt auf die Wasseroberfläche und schlingert ohne Fahrt in den Wellen. Schließlich wühlt es sich mühsam bis zur nächsten Insel durch das raue Meer. Eine Durchsage im sicheren Hafen erklärt, dass man leider das Schiff wegen eines technischen Defekts wechseln müsse. Der Zwischenfall sei eine absolute Ausnahme, beteuern alle Verantwortlichen, und Inselhüpfen zwischen den Nördlichen Sporaden gewöhnlich ein sicheres Vergnügen ohne Pannenrisiko.
Unser flügellahmer "Fliegender Delfin" dümpelt im Hafen von Skiathos. Pauschaltourismus lautet das vernichtende Urteil von eingefleischten Individualisten über diese Insel. Moment! Am schönsten ist die Natur auf den üppig bewachsenen Inseln im Mai. Dann begegnet man auch auf dieser Insel nur wenigen Urlaubern. Und dass Skiathos über die spektakulärsten Strände der Sporaden verfügt, müssen selbst Skeptiker einräumen. Lange Sandstrände mit romantischen Buchten, mit felswandgeschützten Refugien für Frischverliebte und golden leuchtendem Sand vor Blumenwiesen und Pinien. Der Koukounaries Beach etwa liegt windgeschützt im Südwesten. Schilf säumt einen friedlichen Binnensee. Ein mit Pinien bewachsener Landstreifen trennt den See von der Bucht, Gras und Blumen sprießen unter den Bäumen und aus der Wiese wächst der Strand ins Meer. Im Mai verteilen sich die wenigen Urlauber über den langen Strand, trotzdem ist der Koukounaries-Strand natürlich kein einsames Plätzchen, sondern schon im Mai einer der beliebtesten Strände auf Skiathos.
Doch es gibt eine Ausweichmöglichkeit: Zum Banana Beach führt ein nur halbstündiger Spaziergang den Berg hinauf und durch einen Olivenhain wieder hinab. Sattes Gras unter den Olivenbäumen, lila, gelb und rot tanzen Blumen im Frühlingswind. Thymian, Rosmarin und Lavendel duften und von Farben und Duft berauscht erreicht man Nikos' Beach-Bar "Tropical Banana". Drei junge Italienerinnen liegen dort auf bunten Kissen. Davor unberührter Strand, so weit das Auge reicht. "Wie in der Karibik", sagt Nikos, und er soll Recht behalten. Er spielt Buena Vista Social Club und die Italienerinnen schlürfen Caipirinha und tanzen, während die Sonne in der Ägäis versinkt.
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