
Autor:
Martin Müller
InsiderTipps
Ein Hauch von Orient weht durch die osmanisch geprägte Region Thrakien – und unseren Reisebericht. Sie verzaubert mit ehemaligen Karawansereien, Minaretten und Basaren.Östlich des breiten Flusses Nestos beginnt Westthrakien, die östlichste und sehr kleinasiatisch geprägte Region Griechenlands.
Herodot, der Vater aller Historiker, beschrieb das Volk der Thraker als das seinerzeit zweitgrößte nach den Indern. Heute ist Westthrakien nur etwa halb so dicht besiedelt wie das übrige Griechenland. Im Norden grenzt das Rhodopen-Gebirge die ins Abseits gerutschte Region gegen Bulgarien ab, im Süden liegt das Thrakische Meer, im Osten schafft der Evros-Strom eine natürliche Grenze zur Türkei.
Xanthi ist die Perle Thrakiens und ein orientalisch angehauchtes Städtchen am Übergang von der Tiefebene ins Gebirge. Der Zahn der Zeit nagt an leer stehenden Stadtvillen, Lagerhäusern und Karawansereien. Dazwischen erblühen schön gestaltete moderne Cafés mit Glas- und Stahldetails. In älteren, holzgetäfelten Kaffeehäusern rauchen Studenten Wasserpfeifen über Schachpartien. Das alte Xanthi zieht sich den Hügel hinauf bis zu einem Café mit traumhafter Aussicht über das dichte, fast anatolisch-dörflich anmutende Häusermeer. Ein dünnes Minarett sticht heraus.
Unsere junge Führerin Chrysa Vergou begleitet uns durch die Ausgrabungen in Avdira und Maronia. Chrysa hat Archäologie studiert, arbeitet aber als Lehrerin für klassische Gitarre. Es gibt wenige Jobs für Archäologen, weil es kaum Geld gibt für thrakische Grabungen. Der Olympia-Geldsegen kam nur bis zum Nestos.
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