
Thomas Schmidt
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Mittelalterliche Seekarten verzeichnen Inseln mit klangvollen Namen, die nur in den Köpfen der Seefahrer existiert haben. Und das Paradies hat Breiten- und Längengrade.
Eine Reise von der Insel der Köstlichkeiten ins Land der Verheißungen steht in keinem Katalog mehr. Dabei wäre sie doch für Zeitgenossen, die am Burn-out-Syndrom leiden, eine echte Alternative zum läppischen Wellness-Allerlei gewesen. Aber die Tour wurde 1865 aus dem Veranstaltungsprogramm der christlichen Seefahrt gestrichen. Sozusagen mangels Masse. Was nicht heißt, dass es diese Eilande nicht gegeben hat, zumindest in der Vorstellungswelt mittelalterlicher Geografen und Kartografen. Es gab sie ebenso wie Tir-u’an-og, Drogeo, Podanda, Neome oder die anderen 27.000 Inseln im Atlantik, von denen der arabische Geo- graf Al Idrisi im 12. Jahrhundert berichtet. Sie wandeln ihre Form und ihre Position im „Meer der Dunkelheit“ entweder irrlichternd wie Glühwürmchen die ihre beim Paarungstanz oder selten wie Litfasssäulen aus schwerem Beton.
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