
Autor:
Markus Kampp
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In unserem Reisebericht geht's weder um moderne Architektur noch um die neuesten Clubs und Designershops. Wir machten den Spywalk auf Spuren der großen Spione und ihrer Lieblingsläden.
"Jeder weiß, wie er aussieht. Jeder kennt seinen Namen und weiß, was er macht. Und dieser Affe soll ein Spion sein?" Respekt vor James Bond? Nein, Alan hat für 007 nur Verachtung übrig. Seine Helden sind Kim Philby (der berühmte "Dritte Mann") und Anthony Blunt, zwei der legendären Cambridge Spies. Alan ist Chefspion, zumindest steht das in der Beschreibung der London Walks. Dutzende unterschiedlicher Spaziergänge durch London werden angeboten, darunter der Spywalk auf den Spuren der Spione. Dass in der britischen Hauptstadt hinter jeder Ecke ein Agent lauert, ist ein hartnäckiges Gerücht und Alan tut einen Teufel, dieses zu entkräften. Schließlich lebt er davon. Wir treffen Alan, dessen Nachname vertraulich ist, am Piccadilly Circus. Er trägt eine Nelke im Knopfloch seines schwarzen Samtanzugs, Weste, Hut und Regenschirm.
Der Spaziergang ist eine Zeitreise ins alte Botschaftsviertel Mayfair. Die Gegend zwischen Piccadilly, Regent Street und Park Lane hat viele Gesichter. Die eher quirlige, aufgeregte Oxford Street mit vielen Fast-Food-Tempeln und Billig-Klamotten-Ketten. Hier treffen sich die Menschen, die das Viertel am Leben halten und hinter den viktorianischen Fassaden der ruhigen Nebenstraßen dafür sorgen, dass die Spülung funktioniert und der morgendliche Toast die richtige Farbe hat.
Neben der Oxford Street liegen die ersten ausländischen Botschaften in weißen, geradlinigen Villen - eine Residenz neben der anderen wirken sie wie die luxuriöseste Form des modernen Reihenhauses. Hinter den hohen Fenstern dunkelrote, schwere Vorhänge und manchmal huscht der Schatten eines Livrierten vorüber.
Auf der anderen Seite der Oxford-Street herrscht edwardianischer Glanz. Edle Innenausstatter wechseln sich ab mit klassisch britischen Restaurants, kleinen Galerien und dem gesamten "Who-is-Who" der internationalen Modeszene. In der Bond Street sind sie alle: Gucci, Prada, Stella McCartney, Armani und Vivienne Westwood. Die mit viel Schwarz designten Geschäfte werden in erster Linie von kleinen Japanerinnen besucht, die hinter ihren Tütenbergen kaum mehr zu erkennen sind. Engländer mögen höflich sein, Londoner Taxifahrer sind es nicht. Kaum einer steigt aus und hilft seinen Kundinnen beim Verladen der Einkäufe.
Mayfair ist aber auch geheimnisvoll, extrem ruhig und gleichförmig. Die Häuser ähneln sich in ihrer zurückhaltenden Noblesse. Und da sind die dunkelhaarigen Sonnenbrillenträger, die gelangweilt vor den Botschaften herumstehen. Bei vielen Passanten fragt man sich unwillkürlich, wie sie ihr maßgeschneidertes Outfit bezahlen konnten. Nur vor der amerikanischen Botschaft wirkt Mayfair offen gewaltbereit. Seit dem 11. September herrscht vor dem Gebäude der inzwischen international übliche Sicherheits-Pogo. Ansonsten hält sich das Viertel eher bedeckt und nur eines kann Mayfair nicht verbergen. Dass seine Bewohner - mit Verlaub - stinkreich sind, ob legal oder nicht, Banker oder Spion.
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Peter Baas (nicht überprüft) sagte vor 47 Wochen 2 Tage:
Sehe ich völlig anders. James Bond ist ein zeitloses Phänomen. Connery mit Andress alias Honey Rider am Karibikstrand genauso wie Craig in Venedig 2006.
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Rollo sagte vor 47 Wochen 2 Tage:
Ja, Daniel Craig macht keine schlechte Figur – obwohl der letzte 007-Streifen nur noch ein arges Geballere war. Irgenwie krampfig.
Überhaupt James Bond! Der hat doch mittlerweile einen noch längeren Bart als die Herren von ZZ Top – wie lange ist der Kalte Krieg schon vorüber? Genau. Gähn.
Also bitte mehr Pepp und Aktualität!
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