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Queen und Beatles gaben sich in der berühmtesten Unterkunft der britischen Hauptstadt die Klinke in die Hand. In drei Jahren Umbau wurde (fast) kein Stein mehr auf dem anderen gelassen. Und doch hat man genug Altbewährtes konserviert, um den historischen Charakter des Hauses zu bewahren.
Wahre Maskottchen brauchen kein Lifting. Und werden auch nicht so mir nichts, dir nichts entsorgt. Sie bleiben einfach so und da, wie und wo sie immer waren. Folglich hat es auch niemand gewagt, Kater Kaspar, mitunter wichtigster Dauergast des „Savoy“ (seit 1927!), während der Renovierung auch nur anzurühren. Ganz im Gegensatz zum Rest des Hotels.
Anlässlich der Komplettsanierung seit 2007, deren Kosten sich bis dato auf die Kleinigkeit von 200 Millionen britischen Pfund summieren, hat man nicht nur das komplette Gebäude entkernt, sondern auch insgesamt über 3.000 Stücke des Interieurs versteigert. Regenschirmhalter und Kronleuchter kamen unter den Hammer, ebenso Betten, Lampen, Spiegel, Möbel, silberne Aschenbecher und so weiter – alles Stücke voller Historie, Erinnerung und Nostalgie, aber eben ersetzbar. Ganz im Gegensatz zu Kater Kaspar…
Den typisch britischen Hang zu liebenswerten Eigenheiten gab es im „Savoy“ schon immer. So ist etwa die legendäre Einfahrt Savoy Court bis heute die einzige Straße in London, in der Rechtsverkehr herrscht. Eine Theorie dazu: Falls sich vor dem gleich nebenan gelegenen Savoy Theatre (1881 errichtet) ein Rückstau vor der Vorstellung bildet, wird durch diese Maßnahme der Hoteleingang mit den Art-déco-Lettern nicht blockiert. Tatsächlich aber weiß niemand, warum es so ist. Es ist eben so.
Unverrückbar auch die strenge Kleiderordnung des Hotels. Da konnten auch Stars wie Schauspielerin Geraldine Chaplin kommen – wer nicht korrekt angezogen ist, darf nicht ins Restaurant. Die exzentrische Operndiva Luisa Tetrazzini hingegen wurde trotz ziemlich ungewöhnlicher Begleitung eingelassen: Denn ist die Abendrobe elegant genug, darf man sogar mit einem echten Krokodil im „Savoy“ dinieren. Ein Klassiker bis heute ist die Tea Time im Thames Foyer mit Butler, Klaviermusik und süßen Köstlichkeiten.
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