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Ein vergnüglicher, aber total verregneter Trip hat unser weibliches „abenteuer und reisen“-Team überzeugt: Schottland hat mehr zu bieten als Nessie, Lochs und Whisky. Kein Wunder: Einige echte Insider haben ihre Geheim-Tipps verraten. Und den beiden atemberaubende Natur, spannende Städte, ein paar ziemlich skurrile Typen und einen Uhu namens Gudrun gezeigt. Ein Reisebericht.
Egentlich war es ein unmissverständlicher Befehl von ganz oben. Immerhin hatte keine Geringere als die Queen ihren Besuch beim Royal Highland Regiment angekündigt. Und die ziemlich ernst gemeinte Anweisung des obersten Kommandanten lautete kurz, aber deutlich: „Wear underwear!“ Was schlicht bedeutete, ausnahmsweise unbedingt Wäsche unter dem berühmten Black-Watch-Kilt zu tragen. Doch der Schotte per se lässt sich aus Prinzip keine jahrhundertealte Tradition verbieten. Selbst wenn quasi die Chefin höchstpersönlich anrückt.
Und so begab es sich vor gar nicht allzu langer Zeit, dass die gesamte Einheit zum unausgesprochenen Unterhosen-Boykott aufrief und beim Empfang von Elizabeth II. ohne Ausnahme „unten ohne“ antrat. Jene Anekdote stammt übrigens von einem echten Insider, der jedoch, kein Wunder, anonym bleiben möchte. Und nein, trotz der Frauen angeborenen Neugier haben sich weder Fotografin noch Autorin von der Glaubwürdigkeit des anonymen Insiders überzeugt, der auch deren Weg selbstverständlich im Kilt kreuzte. Zu groß das Risiko, dass der Schotte per se aus Prinzip an jahrhundertealten Traditionen festhält…
Die Kiltmode dagegen ist sehr wohl zur Weiterentwicklung fähig. Dafür sorgt seit einigen Jahren verstärkt Howie Nicholsby, dessen Vater nahe dem imposanten mittelalterlichen Schloss in Edinburgh einen der vielen typischen Kiltshops betreibt. Bei „Geoffrey Tailors“ erhält der Durchschnitts-Schotte konventionelle Tartans in allen Variationen.
Sein überaus unkonventioneller Nachwuchs hingegen, ebenso gelernter Schneider, fährt eine andere Schiene: Mit Kilts aus Leder oder in Camouflage-Farben hat der 29-Jährige mit den dunklen Struwwelhaaren und dem breiten Grinsen schon Stars wie Robbie Williams eingekleidet. Statt des herkömmlichen Sporrans (der Tasche aus Tierhaaren) verpasst der sympathische, heute ziemlich unrasierte Chef von „21st Century Kilts“ seinen Kunden Anschnallgurte aus Flugzeugen. Die üblicherweise schnörkeligen Kiltnadeln werden durch einen Silberblitz, das Firmenlogo, ersetzt. Nur sein Markenzeichen, die schwarzen Kilts, seien nichts Neues, erklärt er. „Der karierte Tartan ist eigentlich eine französische Erfindung.“ Zum Abschied zeigt er uns dann sein persönliches Lieblingsstück, einen wasserdichten Kilt mit Reflektoren. Zum Radfahren. Und saust mit seinem Mountainbike davon.
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