
Autor:
Judka Strittmatter
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Kerala tut doppelt gut: für Körper und Geist. Wer Entschleunigung sucht, findet sie bei einer Hausboot-Tour durch die Backwaters. Fürs Fein-Tuning sorgen Wellness-Resorts im Hinterland. Ein Reisebericht aus Indiens Süden.
Endlich an Deck. Das ist sie, die andere Seite Indiens. Kein Lärm, der aus übervollen Städten dringt. Nur Ruhe, Stille. Manchmal muss man eben einfach ein Boot besteigen. "Glauben Sie mir nur", sagt Sahajan, "die Fahrt wird Ihnen gefallen." Drei Tage auf einem Hausboot in Kerala habe ich vor mir. Auf den Backwaters. Und bereits in Thottappally, ein paar 100 Meter fernab der Straße zwischen Alleppey und Cochin, bekomme ich plötzlich eine Ahnung, wie es sein könnte, wenn sich der innere Strompegel senkt. Breit schunkelt das Hausboot am Kai. Die Betten in den Kajüten haben das Format königlicher Lümmelwiesen, auch Dusche und Toilette - alles da. Und die ganze Pracht eingefügt in ein Gewirk aus Bambusrohr und Kokosseil. Bestrichen und wasserfest gemacht mit Cashew-Öl. Kein Palast, aber ein Palästchen. Hier also werde ich mich nachts schlafen legen, während sich die Crew an Deck zusammenrollt: Sahajan, der Guide, der Koch Mohanan, Bootsmann Shibu und Raghavan, der Steuermann.
Ich tauche ab in eine Welt, aus der das Wort Idyll stammen muss. Kuttanad heißt diese Welt im Indischen und ist rund 75 Kilometer lang. Ein Netzwerk aus natürlichen und künstlichen Süß- und Salzwasserschneisen, aus Kanälen, Seen und Lagunen. Dieses Wassernetz, das das Hinterland überzieht, hat so gar nichts gemein mit der rauen und wellengegerbten See, die am südwestlichsten Zipfel des Subkontinents nach Indiens Festland schnappt, dem Arabischen Meer. Bis heute beschwören einheimische und auch fremde Dichter die Opulenz der Landschaft, ihre Sinnlichkeit.
Die Hausboote sind das berühmteste Accessoire der Backwaters. "Geschnürtes Boot" bedeutet der indische Begriff Kettuvallom - und einst, noch vor Christus, schifften die Inder Gewürze, Seide und Edelsteine in diesen Kähnen hin und her. Tauschten ihre Fracht mit arabischen, chinesischen und europäischen Kaufleuten, meistens gegen Gold. Ein angesehener Mann war, wer ein Hausboot hatte; bis heute hat sich daran nichts geändert. Ein Crew-Mitglied, das auf einem Kettuvallom arbeitet, gilt noch immer als eine gute Partie: Es bringt mehr Rupien heim als andere Bootsmänner.
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Julius (nicht überprüft) sagte vor 2 Wochen 17 Stunden:
Schöner Beitrag, auch wenn ein Teil dieser Ayurvedischen Behandlungen extra für Urlauber aus dem Westen erfunden sind. In einem staatlichen ayurvedischen Krankenhaus in Indien, das für die Armen gedacht ist, geht es nicht um Ölaufgüsse und Wohlsein.
Die Backwater-Touren sind sehr schön, eine Alternative ist die vom Fremdenverkehrsamt veranstaltete Munroe Island Tour, bei der man mehr vom alltäglichen Leben der Kerala-Bauern sieht. Sie starten in Kollam. Dort beim Fremdenverkehrsamt nachfragen. Ein paar Bilder von Kerala und Munroe finden sich hier:
http://www.india-picture.net/kerala
Grüße
Julius
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peter_pfaender sagte vor 5 Wochen 2 Tage:
z.B. bei Comtour.de, Lotus-travel.com, Wikinger-Reisen.de. Kann man als Einzelreisender buchen, evt. mit geringem Aufschlag
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anita.weiss-gaenger (nicht überprüft) sagte vor 5 Wochen 4 Tage:
sehr schöner Artikel, gratuliere, wie kommt man zu dieser reise mit diesem Boot? Kann man dieses Boot vor Ort auch als Einzelreisende buchen, also mit einer Gruppe mitfahren?
MfG
Anita Wioess-Gaenger
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