Reise durch 3.000 Jahre mit Strandanschluss. Die Stationen unseres Reiseberichts: Chennai und der zweitlängste Strand der Welt, Mahabalipuram, Pondicherry, die prächtigen Tempel Tamil Nadus und Hyderabad.
Die coolen Typen tragen hautenge Jeans und mit dem Kajal zaubern können sie zweifellos auch - der unwiderstehliche Blick beweist es. Aber ein bisschen schablonenhaft stehen die aus Karton zurecht geschnipselten Starlets und Movie-Helden an Chennais ewig langem, herrlich breitem Strand trotzdem herum.
Jaja, die Schauspieler, die Stadt Chennai und das Meer! Wer Südindiens größter Stadt einen Besuch abstattet, der landet früher oder später am Pappkameraden-Beach. Etwa um sich gemeinsam mit den Stars fotografieren zu lassen und um hinterher mit wurmstichigen Gewehren auf Luftballons zu ballern.
Oder um bloß den eigenen Gaumen mit knallroten Chili Prawns, der lokalen Seafood-Spezialität am Marina Beach, anzufeuern. Dabei ginge es am zweitlängsten Strand der Welt durchaus auch milder ab. Dafür sorgt allein schon die stete, weiche Brise.
Glamour besitzen auch die Kulissen auf der anderen Seite der South Beach Road, Chennais belebter Küstenstraße. Es sind Relikte des 19. Jahrhunderts, als der britische Kolonialbeamte Major "Mad" Mant mit einer Überdosis von Türmchen und Kuppeldächern als Erster die Kombination islamischer, hinduistischer und gotischer Stilelemente erprobte. Der gewagte Architekturmix sollte als indo-sarazenischer Baustil Furore machen: Senat House, Chepauk-Palast, Presidency College - all diese Gebäude erinnern mit vereinten Fassadenkräften an seine Geburtsstunde.
Madras, das heute Chennai heißt, war im Laufe seiner langen Geschichte immer wieder mal eine historische Nasenlänge voraus - und stets offen für Fremdes. Sogar die Filmstudios der Stadt, ein Highlight jeder Sightseeing-Tour, sind älter als jene von Mumbais Bollywood.
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