
Florian Töpfl
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Sturmumtoste Klippen, strahlend grüne Hügel und dunkle Pubs. Der Westen Irlands ist ein nahezu mystischer Streifen Land. Unsere Reporter bereisten für diesen Reisebericht die Küste von Süd nach Nord, dinierten mit erfolglosen Lachsfischern und tranken mit Matt Molloy, dem Flötisten der berühmten Irish-Folk-Band Chieftains.
Ein Torffeuer flackert im Salon des viktorianischen Herrenhauses „Delphi Lodge“. Ich versinke in einem roten Ledersofa, trinke Tee – mit Blick auf eine gelb gestreifte Tapete, zwei ausgestopfte Rebhühner und einen 17 Pfund schweren Lachs in einem Glaskasten. Letzterer wurde, wie eine Plakette erklärt, „gefangen mit der Fliege am 12. September 1987“.
Vor dem Fenster liegt im Nieselregen jener See, in dem der kapitale Fang seine letzten Stunden verlebte. Der Wind treibt Wellen über die Wasserfläche. Kreuz und quer über den See tuckern zwei Holzboote mit Außenborder, in denen je zwei Gäste der „Delphi Lodge“ sitzen. Eingemummt in Wachsmäntel werfen sie ihre Angelruten durch die Nebelschwaden aus. 120 Euro zahlt jeder von ihnen für dieses Vergnügen – pro Tag. Dafür zieht man im Durchschnitt einen Lachs aus dem Wasser – pro Woche.
„Eine Form leichten Wahnsinns“ sei das, lacht selbst Peter Mantle, Besitzer der Lodge, und schlurft in seinen alten Lederpantoffeln quer durch den Salon zum Fenster. Der 55-Jährige pflegt vornehmes Understatement. Er trägt ausgewaschene Jeans und einen bleichen Pullover. Und doch gehört ihm das ganze Delphi-Tal: ein Fluss, zwei Seen, fünf Cottages und ein Herrenhaus mit zwölf Zimmern. Weil Lachse mittlerweile sehr selten sind, leistet Mantle sich eine eigene Aufzuchtstation, die knapp 100.000 Euro im Jahr verschlingt. Wie sich das bezahlt macht? „Die Leute sagen mir, Lachsfischen sei besser als Sex“, so Mantle.
Die wohl unergründlichsten Geheimnisse der Fliegenfischerei hortet Mantle in einem Holzregal in seinem Büro: die Fliegen. Über 100 verschiedene Arten bunt befederter Metallhäkchen in winzigen Schubladen, gebunden aus Federn von Südseevögeln, Fuchspelzen und Eisbärfellen. Vier Euro kostet das Stück und doch weiß bis heute kein Fischer zu sagen, ob Lachse lieber nach Kanarienvogelfedern oder Eisbärfellen schnappen. Auf der Suche nach Nahrung sind die Fische im Tal ohnehin nicht. Sie kommen lediglich zum Laichen an ihren Geburtsort zurück. Wohl deshalb „beißen“ Lachse in Mantles Sprache nicht – sie „kooperieren“. Oder eben auch nicht.
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peter_pfaender sagte vor 3 Jahre 36 Wochen:
Ich sage JA zu Lotte und verstehe Franzi ÜBERHAUPT nicht- das sind keine Klischees.
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frank_heuer sagte vor 3 Jahre 36 Wochen:
Danke Lotte - tut gut!
Gruß Frank
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Lotte Albrecht sagte vor 3 Jahre 38 Wochen:
Liebe Franzi,
im Gegensatz zu Ihnen fand ich den Artikel sehr gelungen (und ich hatte mir das Heft ausschließlich wegen des Titels gekauft - und zum ersten Mal). Natürlich ist auch mir der Unterschied zu einigen der anderen ebenfalls im Heft abgedruckten Reportagen aufgefallen - sie hebt sich positiv ab. Aber vielleicht bin ich auch nicht der typische abenteuer&reisen Leserin... Toll auch die Fotos. Kompliment also an Autor und Fotograf,
und viele Grüße,
Charlotte Albrecht
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Franzi sagte vor 3 Jahre 39 Wochen:
Habe mich über die richtig Reportage geärgert: Nichts als dämliche Irland-Klischees! Und dann diese pseudo-interlektuelle Feuilleton-Sprache: gewollt aber nicht gekonnt. Das haben mein schönes Irland und a&r nicht verdient!
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