InsiderTipps
Das neue „Lido Palace“ am Gardasee ist ein herrlich eklektizistische Hideaway in Bestlage am Gardasee. Es zerschlägt mit modernem Design und Traditionspflege gekonnt jedes plüschige Bella-Italia-Klischee. Hier unser Test-Bericht.
Die Zauberformel für bella figura lautet: 0.8%Cr, 0.5%Ni, 0.5%Cu, 0.1%P. Chrom, Nickel, Kupfer und Phosphor sorgen dafür, dass der extravagante Neubau vor der Jugendstil-Fassade so monumentenhaft rostig aussieht. Grob verschraubte Platten aus speziell legiertem Corten-Stahl bilden das Dach über den heiligen Hallen für Wellnessjünger und Gourmets.
Der organisch fließende Bau, in dessen getönter Glasfront sich Zypressen, Palmen und Berge spiegeln, erinnert mit seinen rostroten Oberflächen an ein gestrandetes Schiffswrack. Wie mögen die Bewohner von Riva und die Hoteliers am See reagiert haben, als das erste Mal die Hüllen des Neubaus fielen: „Dio mio, che cos'è?”
Das Luxushotel „Lido Palace“ wurde am letzten Tag des 19. Jahrhunderts eröffnet mit viel Stuck, gewaltigen Säulen, über 100 Zimmern und einem kleinen Badehaus, dem „Bagni di Lido“. Gute Adresse für gekrönte und verwöhnte Häupter wie den unglückseligen k.u.k. Franz Ferdinand oder den US-Milliardär Vanderbilt.
Das "Bagni di Lido" wird leider erst nach Ablauf eines Pachtvertrags mit einem Restaurantbetreiber in rund zwei Jahren dafür sorgen, dass die "Lido"-Gäste einen eigenen, exklusiven Seezugang genießen dürfen. Bis es soweit ist, bleibt nur der lange öffentliche Kiesstrand.
Im Rahmen des 20 Millionen Euro teuren Radikalumbaus wurde die Zahl der Zimmer auf 42 verringert, eine gläserne Etage mit den Suiten aufgestockt, ein gläserner Kubus mit schrägen Ebenen für Lobby und Rezeption angedockt (der sich bei Sonneschein ganz schön aufheizt) - und besagter Neubau in den Garten gesetzt.
„Platz“, so begründet Direktor Antonio Polesel (43) die Verringerung der Zimmerzahl, „ist doch der wahre Luxus in dieser Zeit!“ Und was passierte hinter der Juendstilfassade? Dort reitet kontrastierende Farben, Materialien und Formen eine grandiose Generalattacke auf wohlgefälliges Weichspüler-Design. Böden und Lifteingänge in brachialer Industriehaptik, kühles Weiß bringt Leichtigkeit allein in die zur Lounge ernannte, etwas steril wirkende „Säulenhalle“.
Dunkles Grau in den Gängen und in den minimalistischen Zimmern. „Auf diese Weise wird der Blick hinaus auf die schöne, sonnige Seelandschaft gelenkt“, interpretiert Polesel die Farbgebung des Architekten. Das mag in düsteren Wintertagen dem einen oder anderen aufs Gemüt schlagen.
Wobei man gerade dann einen Aufenthalt im "Lido Palace" andenken sollte. Die Winter sind mild in Riva mit Temperaturen selten unter null Grad. Der große Spa des "Lido Palace" hält alles bereit, um das kleine oder große Frösteln zu vertreiben und die schönen wie guten Skigebiete der Brenta-Dolomiten, das glamouröse Madonna di Campiglio etwa oder Monte Bondone, der Hausberg der Stadt Trento, sind nur 90 Fahrminuten entfernt.
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Ralf Marx sagte vor 25 Wochen 7 Stunden:
Schickes Haus, aber für mich zu teuer. Leider, denn es liegt ja unweit des Surferparadises Torbole
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