
Autor:
Stefanie Sonnentag
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Unsere Autorin Stefanie Sonnentag stellt das Cilento vor, mit seinen karibisch anmutenden Buchten ein echter Geheim-Tipp. Der schönste Streifen Sand trägt den poetischen Namen „Strand des süßen Schlafs“. Doch bleiben Sie wach und lesen unseren Reisebericht. Es lohnt sich!
Mit „endlos langen, karibisch anmutenden Traumstränden“ versuchte ein italienischer Freund über Jahre, mich in den Cilento zu locken, den Süden Kampaniens. Dabei gab es, so glaubte ich bisher, für mich in dieser Region Italiens nichts mehr zu entdecken, denn ich liebte diese Gegend bereits. Jedenfalls den nördlichen Teil, den ich kannte; Campania war für mich ohnehin seit Jahren der Inbegriff von „bella Italia“.
Meine Rundreise durch den Cilento startete ich in Paestum, einer griechischen Ruinenstätte 100 Kilometer südlich von Neapel. Wirklich spektakulär sind die drei dorischen Tempel, die nur deshalb so gut erhalten sind, weil sie jahrhundertelang tief im Morast steckten.
Carmine, mein italienischer Freund, hatte immer von einem „Geheimtipp“ gesprochen, der Cilento sei noch ein von Touristen im Vergleich zu anderen Gegenden Italiens ziemlich unberührtes Land und erwache gerade aus einer Art Dornröschenschlaf.
Caro Carmine, dachte ich beim Blick auf die Tempel. Paestum zählt dazu ja wohl kaum, schließlich waren diese antiken Bauten bereits zu Zeiten der Grand Tour bewundert worden. Bereits der gute Goethe hatte sich 1787 auf seiner Italienreise von den „kegel-förmigen, enggedrängten Säulenmassen“ beeindrucken lassen.
Auch dem Küstenstädtchen Agròpoli konnte ich noch nichts Besonderes abgewinnen. Sicher, die verwinkelten Gassen des historischen Kerns haben ihren Reiz, aber die Uferpromenade gleicht denen in allen anderen italienischen Badeorten: Auf drei Modeboutiquen kommt eine Eisdiele.
Ein paar Autominuten weiter südlich gibt es dagegen wirklich etwas zu entdecken. Castellabate, das im frühen Mittelalter angelegte Dorf, dominiert eine Hügelspitze in Küstennähe. Seine Häuser schmiegen sich an eine Burg, die einst von einem Abt zum Schutz vor Piratenangriffen angelegt worden war. Daher rührt auch der Name, Castello ist die Burg, Abate der Abt.
Während es in Agròpoli keinen ruhigen Winkel gibt und die Gassen vom geschäftigen Alltagstreiben erfüllt sind, scheint Castellabate die vergessene Kulisse eines mittelalterlichen Films zu sein. Aber nicht nur, weil Autos und Mopeds der engen steilen Gassen wegen unten vor den Stadtmauern bleiben müssen.
Dicht an dicht stehen hier die gerade zwei Stockwerke hohen Flachdachhäuser am Hang, alle liebevoll renoviert und in sanften Pastellfarben getüncht; die gepflasterten Gassen und Treppen sind blitzsauber. Von so manchem Balkon tropft nasse Wäsche, unter so manchem weiß gekalkten Torbogen trocknen aufgefädelte frische Feigen. Vor den Fenstern, auf den Balkonen und in den entzückend kleinen Innenhöfen, überall grünt und blüht es in Terrakottavasen.
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Andrea (nicht überprüft) sagte vor 1 Jahr 47 Wochen:
Leider ist der Cilento schon lange kein Geheimtipp mehr, aber immer noch wunderschön und nicht so überlaufen wie viele andere Regionen Italiens.
Vergessen sollte man nicht das Hinterland. Dort scheint die Zeit wirklich stehengeblieben zu sein.
Einfach schön-im wahrsten Sinne dieser zwei Worte!
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