
Autor:
Franz Marc Frei
InsiderTipps
Der Name der Insel mag nach einem schweren Fleischgericht klingen. Aber Ponza bezirzt mit mediterraner Leichtigkeit, wunderbaren Restaurants und stilvollem Nischendasein alle Liebhaber italienischer Lebensart.
Die Frauen im Restaurant „Casa di Assunta“ decken gerade die Tische auf der Terrasse. Sie reden laut, erzählen von ihren Kindern, lachen, verschwinden im Haus und kommen mit Besteck, Gläsern und Servietten zurück. „Wir haben noch nicht geöffnet“, ruft mir eine zu.
Mit einer kurzen Geste weist sie mir dann aber doch einen Tisch zu, gibt mir die Speisekarte und stellt ein Glas Weißwein auf den Tisch: „Assunta, die Köchin und Patronin des Restaurants, wird jeden Moment auftauchen. Der Wein ist von der Insel“, erzählt sie. Den hier mache ihr Vater, nur wenige Fässer im Jahr. Ich erinnere mich: Auf meinen Spaziergängen habe ich Weinreben gesehen, daneben aber auch viele, teilweise eingestürzte Mauern von Terrassenfeldern.
Ponza lädt zum Spazierengehen ein. Die Insel ist ein nur gut sieben Quadratkilometer großer, steil aus dem Tyrrhenischen Meer aufragender Felsbuckel rund 30 Kilometer vor Italiens Küste. An die 3.000 Menschen leben von dem, was hier wächst, vom Fischfang und vom Tourismus. Assunta, die Köchin, vereint alles. Mutter Bäuerin, Vater Fischer – und sie lebt davon, dass sie für Fremde und Einheimische kocht. Ihre Körperfülle unter einer blauen Schürze zeugt davon, dass sie gern isst. Und so vertraue ich ihren Empfehlungen. „Es gibt frischen Meeresfrüchtesalat“, sagt sie, „den kann ich sehr empfehlen, wenn Sie rohen Fisch mögen.“
Assunta strahlt, als sie den Teller auf den Tisch stellt. Krabben und frische Sardellen liegen auf ein paar Blättern Kopfsalat. Keine Mayonnaise, kein sonstiger Schnickschnack. „Die Krabben und die Sardellen werden nur zehn Minuten in Zitronensaft mariniert“, sagt sie, „ein einfaches Gericht, in dem sich Meer und Land verbinden. Diese Vorspeise mache ich nur, wenn die Fischer tagsüber draußen waren. Die Zutaten müssen frisch sein.“
Langsam bricht die Nacht herein, die Terrasse füllt sich. Assunta lässt mir Spaghetti und Bottarga servieren, das ist feiner Rogen vom Thun- oder Schwertfisch oder der Großkopfmeeräsche. Er schmeckt salzig und wie frisch geräucherter Fisch. Als nächsten Gang gibt es gegrillten Fisch. Ebenso köstlich und frisch wie die anderen Gerichte.
Wenige Stunden zuvor war ich schnorcheln und habe mich an der Oberfläche treiben lassen. Ich konnte vom Lichtspiel direkt unter der Wasseroberfläche nicht genug bekommen. Unendliche Schattierungen von Blautönen wechselten sich ab. An manchen Stellen war der Meeresgrund zu sehen, meist aber fallen die Klippen steil ins Unendliche ab.
ReiseBuchung
Reisewetter aktuell
Das aktuelle Reisewetterfür Ihr Reiseziel
Reisebücher
-

Die Zukunft der Jurte
mehr Infos -

Das Kochbuch des Kannibalen
mehr Infos -

Tee
mehr Infos -

Das Dorf, das Dorf, die Erde, die Erde ...
mehr Infos -

Das koloniale Indien
mehr Infos -

Die besten Single-Reisen
mehr Infos

Reisebericht Rom
Rom
Kommentar hinzufügen