
Autor:
Christian Haas
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Groß war die Sorge, dass die herbstlichen Überschwemmungen des Jahres 2011 die schön gelegenen Küstendörfer langfristig in Geisterdörfer verwandeln würden. Doch von wegen. Unser Reisebericht zeigt: Alltag und Touristen sind schon längst zurückgekehrt. Davon hat sich Reporter Christian Haas vor Ort überzeugt.
Outdoor-Agenturen können nicht nur einen langweiligen Urlaub retten, sondern auch Leben. Walter Filattiera und seine Kollegen vom „Centro Sport Avventura“ haben das bewiesen: Als am 25. Oktober 2011 auf die berühmten Cinque Terre so viel Regen niederprasselte wie sonst in acht Monaten und die Vara, Liguriens größter Fluss, zerstörerisch über die Ufer trat, wurde der weißbärtige, drahtige Mann aktiv.
Der Rafting-Profi schnappte sich sein Schlauchboot, das er sonst für seine Touren auf der Vara einsetzt, und half da, wo Feuerwehr und Hilfsdienste wegen Überforderung nicht zur Stelle sein konnten. „Rund 45 Personen konnte ich mit meinem Team aus dem Wasser fischen“, bilanziert Filattiera.
Andere hatten bei der seit mehr als vier Jahrzehnten größten Überschwemmung in Ostligurien kein Glück. Verloren Auto, Haus, Hab und Gut, sieben gar ihr Leben. Mit dem Schock davon kam Karen N., die Touristenführerin, die zur Zeit des Mega-Regens mit einer Urlaubergruppe rund um den Cinque-Terre-Ort Monterosso al Mare unterwegs war. Jenem Küstenort, der neben dem Nachbardorf Vernazza und zwei Orten im Hinterland am meisten von der Katastrophe betroffen war. Doch Karen und ihre Leute kamen noch weg, bevor Schlammlawinen durch die gesamte Altstadt schossen: „Zum Glück haben wir damals die Wanderung abgebrochen. So erwischten wir noch den letzten Zug, bevor eine Stunde später die gesamte Bahnstrecke tagelang gesperrt war.“
Wer die wildromantische Felsenküste mit den waghalsig in die Klippen gebauten bunten Schachteldörfern im Frühsommer 2012 bereist, muss schon genau hinsehen, um noch Spuren des Unglücks zu entdecken. Das gilt auch für das so arg geschundene Monterosso. Wie klagte doch Bürgermeister Angelo Betta am Tag nach der Überschwemmung? „Monterosso gibt es de facto nicht mehr!“ Von wegen! Und wie es den meistbesuchten Ort der Cinque Terre noch gibt! Auferstanden aus den Schlammlawinen, erstrahlen Häuser, Straßen und Bewohner wieder in alter Frische. Vielen Gebäuden hat der neue Anstrich in Gelb, Orange, Rot oder Terrakotta, den typischen Farben der Cinque Terre, sogar richtig gutgetan.
Die Dörfer Corniglia, Manarola und Riomaggiore trugen ohnehin nur kleine Schäden davon und die Lage ist dort wieder völlig normal. Sicher, in den touristisch weniger relevanten Orten Brugnato und Borghetto di Vara sind die Schäden schon noch deutlich erkennbar und auch manche zweitrangige Straße ist noch gesperrt, doch generell hat sich das Leben wieder normalisiert, die Geschäfte, Bars und Restaurants sind fast ausnahmslos geöffnet.


Christian Haas (nicht überprüft) sagte vor 47 Wochen 6 Stunden:
Hallo,
ich bin der Autor der Cinque-Terre-Geschichte und will kurz Stellung beziehen.
Lieber Herr Heise, Sie scheinen sich sehr gut in der Region auszukennen, keine Frage, doch ich denke, so viele Wanderwege, wie Sie meinen, sind dann doch nicht gesperrt.
Die dankenswerter Weise von Ihnen angegebene Wanderkarte zeigt doch überwiegend blaue, grüne und gelbe Wege, also begehbare Strecken, die gesperrten sind bis auf Corniglia-Manarola eher sekundär. Von "vielen" gesperrten Wanderwegen zu sprechen, erscheint mir nun auch wieder nicht korrekt. Abgesehen davon schreib ich ja auch "Wenn es so weiter geht mit den Bauarbeiten ... dürfte die Lage mit Beginn des Sommers wieder normal sein ... das gilt auch für die meisten Wanderwege."
Dass die Strecke Corniglia-Manarola, wie Sie schreiben, all die Monate gesperrt war, wurde mir von offizieller Parkseite tatsächlich nicht mitgeteilt, trotz Nachfrage und trotz Vor-Ort-Recherche (wobei es unmöglich ist, jeden einzelne Info bzw. Weg persönlich zu überprüfen). Es war von Parkseite ausschließlich nur von Vernazza-Corniglia und wenigen Sekundärabschnitten die Rede.
Fazit: Wenn dem wirklich so ist, haben Sie Recht, auch mit Ihrer Einschätzung, dass die Sperrung dieses Abschnitts kein allzu großer Verlust ist.
Mit freundlichen Grüßen, Christian Haas
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Ute Köhler sagte vor 47 Wochen 1 Tag:
Hallo Herr Heise,
vielen Dank für Ihre wertvollen Informationen und dass Sie diese mit uns und unseren Lesern teilen!
Herzliche Grüße
Ute Köhler
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Ansgar Heise (nicht überprüft) sagte vor 47 Wochen 2 Tage:
Bezüglich der Begehbarkeit der Wege ist der Autor der Frau Vivaldi vom Parco Nazionale journalistisch etwas auf den Leim gegangen. Ich war vor 2 Wochen vor Ort - es sind aktuell, im Juni 2012, immer noch viele Wanderwege, insbesondere um Vernazza, infolge
der Schlammlawinen vom 25.10.11 gesperrt.
Der Ort Vernazza hat dabei deutlich mehr Nachholbedarf bei den Aufräumarbeiten als Monterosso.
Die Begehbarkeit der Wege ist abrufbar unter:
http://www.parconazionale5terre.it/sentieri_parco.asp
Der Weg von Corniglia nach Manarola war übrigens schon seit dem Vorjahr wegen eines Hangrutsches gesperrt - und wird es wohl angesichts der Geländetopografie auch bleiben. Hier bietet sich langfristig die landschaftlich ohnehin viel eindrucksvollere Höhenwanderung über den Ort Volastra an: Zeitbedarf etwa 2 Stunden, wunderschöne Tiefblicke auf beide Orte, nach dem ca. halbstündigen
schweißtreibenden Aufstieg auf Weg 7a dann ca. eine Stunde leichte Hangquerung durch Weinberge über Weg 6d bis Volastra (kleine Trattoria), danach Abstieg über Stufen und Straße auf Weg 6 bis Manarola. Im Vergleich zur alten Wegführung an der Küste mit dem anfänglichen 400-Stufen-Abstieg zum Bahnhof sowie der danach wenig attraktiven Wegführung entlang verfallender Strandkabinen kein Nachteil!
Der erhöhte Zeitbedarf für den "gesamten" Sentiero Azurro ist aktuell verschmerzbar, da auch die Etappe zwischen Vernazza und Corniglia nicht begehbar ist und hier ohnehin auf die Bahn umgestiegen werden muß.
Es bleibt abzuwarten, wie schnell einzelne Wege wieder instand gesetzt werden. Ob die
unveränderte Fußgängermaut von 5 Euro für lediglich den ersten Abschnitt von Monterosso nach Vernazza und die kurze Betonpiste von Manarola nach Riomaggiore noch angemessen ist, kann man aber durchaus
in Frage stellen.
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