
Autor:
Luise Tyroller
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Lipari, Vulano & Co.
Feuerinseln
Reisebericht über einen kurzen Streifzug über die Vulkaneilande vor Sizilien.
Die ersten Siedler gingen vor Tausenden von Jahren auf diesen uralten Vulkanen an Land. Sie lockten die Menschen erst mit ihrer Fruchtbarkeit, bevor sie ihnen ihre eigentlichen Schätze preisgaben. Aktive Feuerschlünde lehrten sie die Scheu vor Vulcanus, dem Gott der Schmiedekunst. Von seinem Wohnsitz auf der Insel Vulcano haben alle Feuer speienden Berge ihren Namen.
Das Archäologische Museum steht auf der Akropolis von Lipari. Von der Burg der Griechen ist nichts mehr zu sehen außer einem mächtigen Turm am Eingang zum Archäologischen Park. Dort liegen Fundamente von Häusern, in denen die ersten Liparoten vor 5.000 Jahren wohnten. In den Sälen des Museums sind die Schätze von Lipari versammelt, die sich durchaus mit den mediterranen Funden im Britischen Museum messen können.
Die Liparoten der Frühzeit konnten es sich leisten, dicke Bernsteinklunker aus dem Baltikum zu importieren und sich mit Ketten aus syrischem Glas zu schmücken. In der Antike genossen Liparis Vasen und Theatermasken Weltruf. Frachtschiffe mit bestem Wein fuhren diese Insel an. Obsidian sorgte für den Wohlstand. Daraus stellten die Menschen Werkzeuge her, bevor sie gelernt hatten, Bronze zu gießen.
Wenn Gesundheit und übler Geruch zusammenhängen, dann muss Vulcano der gesündeste Ort der Welt sein. Schon von weitem sieht man eine verdächtig gelbe Fumarole über dem Krater. Auch der Vulkan selbst ist nicht aus schwarzer Schlacke, sondern aus gelbkrümeligem Tuff. Eine Redensart besagt: Eine Badekur auf Vulcano dauert sechs Monate - vier Wochen, damit der Fango anschlägt, und fünf Monate, um den Geruch wieder aus den Poren zu waschen.
Stromboli ist die berühmteste Insel des Archipels. Der Feuerberg gilt als einer der fleißigsten der Erde: Etwa alle 20 Minuten meldet er sich grummelnd und rumpelnd mit kleinen Ausbrüchen zu Wort. Der riesige Vulkankegel hat seine Basis in 2.000 Meter Tiefe auf dem Meeresboden, seine Spitze ragt 926 Meter in den Himmel. Die Lavabrocken, die aus dem Erdinneren emporgeschleudert werden, fallen entweder in den Krater zurück oder stürzen über die so genannte Sciara del Fuoco, die Feuerrutsche, ins Meer.
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