Ein Strand wie pure sinnliche Leidenschaft. Italien hat zweifellos prächtigere Strände zu bieten als die Forgia Vecchia. Mit Sicherheit aber ruft kein anderer Strand so sinnliche Gefühle hervor wie dieser auf den Liparischen Inseln.
Der Reiz der Forgia Vecchia liegt im Weg, nicht im Ziel. Wer sie erobern will, hat eine Nacht voller Abenteuer vor sich. Sie beginnt mit dem schweißtreibenden Aufstieg zum Vulkankrater des Stromboli. Der liegt zwar nur 900 Meter über dem Meeresspiegel, doch die schmalen Geröllpfade sind rutschig und anstrengend. An Schlaf ist nicht zu denken - zu aufregend ist das Naturspektakel mit bis zu 40 Meter hoch aufsteigenden Lava-Fontänen. Gerädert und zugleich ergriffen tritt man am nächsten Morgen auf der Rückseite des Stromboli den Abstieg an. Man kullert und purzelt den Abhang aus feinem Vulkansand hinab, kraxelt zwischendurch über kleine Felspartien oder sucht sich den Weg durchs Schilfdickicht.
Dann liegt sie vor einem, die Forgia Vecchia: ein einsamer Strand aus schwarzen Lava-Kieseln, gesäumt von Ginster- und Kapernsträuchern. Davor glasklares Meer. Kühl. Sanft. Jungfräulich. Weit und breit kein Haus, kein Boot, kein Mensch. Man reißt sich die Kleider vom Leib und springt hinein. Ist man zudem mit Bergführer Zazà unterwegs, so folgt gleich der nächste Genuss: Unbemerkt sind Zazàs Mitarbeiter mit einem Boot angekommen und empfangen die Bergsteiger mit frischem Cappuccino und gefüllten Croissants. Freilich: Man kann die Forgia Vecchia auch - ganz profan - per Boot in fünf Minuten von der Stadt Stromboli aus erreichen oder man geht von dort aus etwa 20 Minuten zu Fuß. Doch ihr wahres Geheimnis bleibt einem so verborgen. Denn "man geht nicht mit den Beinen auf den Stromboli", weiß Zazà, "man erobert ihn mit dem Geist".
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