
Autor:
Robert Haidinger
Weitere Reportagen
Wochenendtrip Milano Kurz mal nach… Mailand: 1. Tag
Mailand ist Italiens unumstrittener Laufsteg der Eitelkeiten. So sind die Boutiquen noch exklusiver, die Bars noch schicker, die Menschen noch schöner und der Dom imposanter als in anderen Trend-Citys.
Grüne Oliven, Pistazien, Salami. Prosciutto crudo und blassgrün geäderter Gorgonzola, der wie der Marmor des Doms schimmert! Und natürlich: lombardischer Speck, der nach den Wacholderscheiten duftet, mit denen er geräuchert wurde. All das und zwei funkelnde Gläser passen auf das schmale Brett, das der Wirt am Steingeländer festklemmt. "Sitzt perfekt", sagt er, "rutscht kein bisschen. Allora, fertig ist der Tisch!" "Degustations-Design à la milanese", kommentiert Monica die improvisierte Tafel am Kanal Naviglio Grande. Dann gleitet sie mit tizianrot lackierten Fingernägeln am Prosecco-Glas vorbei, versenkt eine Olive im Zuckermund. Dicht an dicht stehen die Gäste der "Luca Andrea Café Bar" an den Klemmtabletts, die das schmale Steingeländer in einen langen Tresen verwandeln. Die Wasserstraßen des Navigli-Viertels führen ein Doppelleben - romantisch in der Nacht und ungeschönt untertags, wenn kahle Altstadthäuser daran erinnern, dass in Mailands Hafenviertel lange Zeit nur eine Mode vorherrschte: die der hochgekrempelten Ärmel.
Die Kanäle Naviglio Grande und Naviglio Pavese waren lange Relikte eines weit reichenden Wasserstraßensystems, an dessen Verbesserung bereits Leonardo da Vinci tüftelte. Bis auf wenige Schritte wurde der Marmor für den Bau des Doms mit Lastkähnen vom Lago Maggiore bis ins Stadtzentrum geschifft. Ende der 1920er Jahre begann man die zu Kloaken verkommenen Kanäle zuzuschütten, und was in der Vorstadt erhalten blieb, lockte Kreative und Bohemièns an. Designer, Architekten und Fotostudios zogen in die verwinkelten Hinterhöfe. Edelrestaurants und Boutiquen schossen aus dem Boden.
Nach halb acht räumen letzte Lieferwagen und Gemüsehändler allmählich das Feld. Neben dem trägen Wasser gluckert das helle Gelächter jener, die zum Feierabend Häppchen vom Tablett pieksen. Schon verwandeln erste Flaneure die lauschigen Uferwege zum beliebtes-ten Nachtschwärmer-Boulevard der Stadt. Doch davon will Monica im Moment nichts wissen. Lieber gibt sie mir zum zweiten Prosecco noch einen Crash-Kurs in Sachen Milano. Zu angesagten Clubs wie dem "Plastic", bei dem man mit Nichtplastikklamotten draußen bleiben muss, oder zu aktuellen Model-Hangouts wie dem "Clan Café" kommen wir erst gegen halb zwei. Die erste Lektion lautet stattdessen: Attenzione, Aperitivo! Mailands beste Zeit. Das Business macht Pause, der Bar-Marathon ist noch nicht gestartet worden. Aber fürs Date, den Tratsch mit Kumpels, den Blick in die "Gazzetta dello Sport" ist die Stunde des Aperitifs ideal.
ReiseBuchung
Reisewetter aktuell
Das aktuelle Reisewetterfür Ihr Reiseziel
Reisebücher
-

Die Zukunft der Jurte
mehr Infos -

Das Kochbuch des Kannibalen
mehr Infos -

Tee
mehr Infos -

Das Dorf, das Dorf, die Erde, die Erde ...
mehr Infos -

Das koloniale Indien
mehr Infos -

Die besten Single-Reisen
mehr Infos


Martin Giner (nicht überprüft) sagte vor 1 Jahr 27 Wochen:
Mann meint beim lesen,direkt in Mailand zu sein
Diesen Beitrag melden!
Kommentar hinzufügen