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Der Comer See, nördlich von Mailand, verwöhnt mit mediterraner Vegetation, prunkvoller Architektur und alpiner Bergkulisse. Berühmt ist vor allem die spektakulär in den See ragende Halbinsel Bellagio. Der Lago ist ein echter Italien-Klassiker – und das schon seit der Antike!
Vom Himmel zucken Blitze, Wellen schwappen ans Ufer – der Lago di Como empfängt uns mit dem Schauspiel „Gewitter am See“. Scheppernd rumpelt jetzt Donner die steilen Uferhänge hinab. Wir verfolgen fasziniert das Drama vom Balkon eines Restaurants. Wo uns das Fläschchen Bianco Lotto – ein frischer, trockener Weißer aus der Region – noch mal so gut schmeckt. Zur Crema Caramellata dann das letzte Grollen. Im Wind raschelt das Laub. Hört sich an wie Beifall. Gut gemacht, Lago!
Beifall und Publikumserfolg sind sie seit Generationen gewohnt: Comer und Luganer See, Lago Maggiore und der kleine Orta-See – ihre Namen klingen verführerisch. Sie rufen Bilder auf, die fest eingebrannt sind im touristischen Kollektivgedächtnis: Belle-Époque-Villen und Grand Hotels, Palmen und Zypressen. Elegante Motorboote mit sonnenbebrillten Playboys am Steuer und Bikini-Diven mit lässig im Fahrtwind wehendem Blondhaar. Nicht zu vergessen Filmschmonzetten und Schlagerschmelz …
Vor allem das milde Klima an den Ufern beglückte die Menschen aus dem Norden mit südlichem Lebensgefühl. Hier umwehte mediterrane Vorahnung die blasse Upper-Class-Nase, hier drückte sich die europäische Hautevolee auf ihrer Grand Tour die Nobelhotel-Klinke in die Hand. Die 1882 eröffnete Gotthardbahn, der im Jahr 1906 die Simplonbahn folgte, gab dann den Startschuss für den Tourismus, der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dank Automobilisierung einen Boom erlebte.
Doch bei all diesen Gemeinsamkeiten – jeder Lago besitzt seine eigene Persönlichkeit, hat seine eigenen Geschichten zu erzählen. Und dem sind wir bei unserer Fahrt ins Blaue auf der Spur.
Apropos Fahrt: Es wird oft eng werden auf dem Asphalt, so eingezwängt zwischen Fels und See. Dort, wo sich einst der Topolino pudelwohl fühlte,
bekommt das SUV von heute klaustrophobe Anfälle. Und mancher Tunnel sieht aus, als wäre er noch unter Napoleon mit Hammer und Meißel ins Gestein getrieben worden.
Wir machen also mit dem Comer See weiter, der sich ja schon als dramatischer Charakter vorgestellt hat. Vielschichtig und tiefgründend ist er – mit einer maximalen Tiefe von 425 Metern sogar einer der tiefsten Seen Europas! Ungewöhnlich auch seine dreiarmige Gestalt, die aussieht wie ein umgedrehtes Ypsilon. Der Nord-Arm ist das Revier der Camper und Surfer, die Ufer sind da flacher, die Orte weniger malerisch als im Süden. Mit steilen Bergen, schmalen Ufern und viel Belle-Époque-Architektur punktet hingegen der Como-Arm im Westen. Der Lecco-Arm im Osten wiederum ist wilder und wird überragt vom bleichen, sägeblattförmigen Monte Resegone – einer abenteuerlichen Bergwelt, welche die höchste Klettersteigdichte Italiens besitzt.
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karrieristen sagte vor 50 Wochen 1 Tag:
Mag diesen Bericht, danke! Unserer Redaktion war es damals "unten" am See zu voll. Deswegen sind wir hochgefahren. Kennen Sie Cavargna? Ist das hinterste Örtchen, das von Cadennabia mit dem Auto zu erreichen ist. Wenn Sie mal wieder da sind: http://bit.ly/kGZWWz
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mosaik (nicht überprüft) sagte vor 3 Jahre 40 Wochen:
Lieber Markus,
ein sentimentaler Seufzer entschlüfte mir beim Lesen, nein, beim Genießen deines Beitrags über eine wohl der schönsten Ecken Italiens!
Nun mal abgesehen vom wirklich verrückten Verkehrsaufkommen auf den naturgemäß nicht wirklich breiten Straßen, lassen das mediterrane Klima, die verblassenden Prachtbauten der Belle Époque und das gute Essen Tage am See wie im Flug vergehen.
Mich aber verbindet ein besonderes Erlebnis mit diesem See. In den 1980er Jahren als ich noch 25 der 50 Wochenenden als Reiseleiter unterwegs war, führte mich ein mehrtägiger Ausflug mit einer Feuerwehr an den Comosee. Wir kamen von St. Moritz über den Malojapass an das Nordufer und ich wählte, noch ortsunerfahren, die schmale und kurvige Westuferstraße.
Es war schon später Nachmittag, leichter Regen kam auf und bei jeder Kurve das selbe Schauspiel: unser Reisebus bremst weil Gegenverkehr. Gegenverkehr fährt bis vordere Stoßstange von Bus und beginnt zu hupen. Nachkommende Fahrzeuge fahren bis zur Heckstoßstange und beginnen zu hupen.
Ich stieg aus, bat die Italiener zurück zu stoßen, in die - drei Meter? vier Meter? entfernte Ausweiche. Was sie anfangs auch taten, wenn auch keifend und fluchend. Also, Bus konnte wieder 100, 200, 300 m fahren, dann das selbe Spiel nochmals. Und wieder: aussteigen, bitten, einsteigen weiterfahren.
Bis, ja bis ich auf eine Reihe von Autofahrern kam, die mir Heil Hitler und anderes an den Kopf riefen. Ich, genervt und auch schon durchnässt, beuge meinen Arm und lege die Faust hinhein: leck' mich am... Das war dann den Italienern zu viel.
Die Autotüren flogen auf, Männer sprangen heraus, ich spürte einen Schlag von hinten auf die Wange, meine Brille ging zu Boden und ich taumelte.
Was sich danach abgespielt hat, bekam ich, leicht benommen, erst am später gesehenen Video mit: als nämlich die Feuerwehrleute sahen, dass ich in Bedrängnis geriet, sprangen sie aus dem und liefen zu den sich auf mich stürzenden Italiener. Einer nach dem anderen bekam es mit der Angst zu tun, verschwand im Gebüsch, sperrte sich wieder in sein Auto ein oder - wie im Falle eines FIAT 500: einer legte sich unter das Auto, der andere sperrte sich im FIAT ein und wurde heftig hin und her gebeutelt.
Derart den "Kampf" beendet humpelte ich in den Bus zurück und es ging weiter. Allerdings stieg ich nicht mehr aus und als ich vierzehn Tage später mit dem zweiten Teil dieser Feuerwehr die gleiche Fahrt hatter, nahm ich die Ostuferroute und setzte mit der Autofähre über.
Es kam nie wieder mehr zu einer Prügelei mit meinen Freunden, den Italienern
das wollte ich dir noch schmunzelnd zu deiner herrlichen Reportage als Kontrast dazu schreiben
cordiali saluti
Pietro (Peter)
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