
Autor:
Robert Haidinger
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Tortellini? Spaghetti-Soße? Die längsten Arkadengänge der Welt? Sonst fällt Ihnen nichts zu Bologna, der „Fetten“, ein? Uns schon – lassen Sie sich von unserem Reisebericht überraschen!
So fühlte sich Bologna in diesen Junitagen an: Ein roter Backofen mit Studenten, die sich genüsslich vor dem Neptunbrunnen räkeln.
Ein wenig Laptop, ein bisschen Liebe für die Freundin und für die Sonnenbäder sowieso. Stunden später, als der Dunst zur warmen Sommerdusche wird und der Himmel die Marmorböden sauber wäscht, da ist auch das kein Drama.
Bologna hatte mit 47 Kilometern Arkadengängen für Schlechtwetter vorgesorgt, und das schon im Mittelalter. Die „Portici“ sind ideal, um wetterfest unter Freiluft-Fresken zur nächsten Bar zu schlurfen oder ins alte Judenviertel mit seinen Antikläden unter ockergelben Bögen, die sich wie steinerne Regenschirme über die Flanierer spannen.
So weit, so gut. Die längsten Bogengänge der Welt sind ein starkes Motiv. Aber verrückter waren dennoch die 100 Meter durchs Labyrinth der Nudeln. Wie eine lange Filmsequenz zogen sie sich hin, traumwandlerisch und sinnlich zugleich. Es war der Moment, als sich – Ciao, Gianni! – die gläserne Tür des „Diana“ auftat und ich immer weiterging, einfach immer tiefer in Bolognas weichen Bauch hinein.
Durch den Gastraum in die Küche und von der Riesenpfanne mit den gebutterten Steinpilzen weiter durchs Lager – so, wie es die Familienmitglieder in Mafiafilmen tun. Leute, die stets mit dem Kellner verschwägert, mit den verschwitzten Köchen aufgewachsen sind und die im Vorbeigehen aus dampfenden Töpfen naschen dürfen – um ungestraft Tipps abzugeben: „Einen Schuss mehr Balsamico, Luca!“
Den Finger im Vorübergehen in Töpfe zu tunken war im „Diana“, dem traditionellsten Restaurant der Stadt, nicht ratsam. Auch wenn mein guter Dottor Orsi dem Padrone mein Kommen angekündigt hatte. Aber das brauchte es gar nicht. Bolognas Aroma verdichtete sich auch so und die Bilder mit ihm. Das Wägelchen mit den gekochten Fleischbergen für Bollito misto und die langen Messer, um sie bei Tisch zu tranchieren. Die Schälchen für die Salsa verde aus Peperoni, Kapern, Sardellen, Zwiebeln. Natürlich Tortellini in brodo, die der Kellner gerade mit heißer Brühe übergießt.
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mosaik (nicht überprüft) sagte vor 2 Jahre 20 Wochen:
38 oder 47 km Portici? beide Zahlen geistern durch Bücher und Beiträge - einerlei, jedenfalls viele viele Kilometer sind es...
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mosaik (nicht überprüft) sagte vor 2 Jahre 20 Wochen:
Lieber Herr Haidinger,
mit Ende des "heißen" Sommers in Österreich, Sie haben ihn ja wahrscheinlich selbst erlebt..., komme ich endlich, verspätet, dazu, Ihnen ein echtes Kompliment zu diesen Beitrag zu schreiben.
Mir ist schon klar, dass Ihnen Dott. Orsi die Türen z. B. zum Stadtturm, geöffnet hat. Aber es gehören immer zwei dazu: einer, der die Fäden hat, und einer, der was daraus machen kann - in Ihrem Fall talentiert auch fotografieren kann. Was Sie zweifelsohne können!
Favorit der Fotos? Das wäre unfair gegenüber den anderen, aber zumindest ziemlich gleich liegen der "Nachtblick" auf die Piazza Maggiore, die Kartenspieler in der Osteria del Sole, der nette Herr, der alle Delikatessen kennt und der Barista im Follia Caffè.
Aber auch inhaltlich durch und durch Italienisch läuft einem Italophilen das Wasser im Mund beim Lesen zusammen und er sucht fieberhaft nach Reisekoffer und freiem Termin. Zur sofortigen Anreise nach Bologna!
Lesern, die weniger vertraut mit Bologna sind, kann ich eine Reise nach Bologna und ins Umland nur empfehlen. Man sollte jedoch schon vier bis fünf Tage für das Gebiet einplanen, damit man genießen, erleben und sehen kann. Man muss ja nicht gleich alle 38 Kilometer der "Portici" ablaufen...
wollte begeistert Peter mitteilen
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Inga (nicht überprüft) sagte vor 2 Jahre 27 Wochen:
Every bit of this report is true - Bologna indeed is a city for your senses ........ worthwhile a vacation.
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Sebastian Kieser (nicht überprüft) sagte vor 2 Jahre 29 Wochen:
Lecker - da muss man sich fett und vollfressen
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