
Autor:
Frank Heuer
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Mächtige Dreitausender, wild wachsende Palmen und Weinberge, die zu den ältesten der Welt zählen. Dazu bietet Dorf Tirol seinen Besuchern kulinarische Hochkaräter und einen Panoramablick, der in Südtirol Seinesgleichen sucht.
Warum kommen sie immer wieder? Die treuen Urlauber als Repeater, wie es im Tourismusmarketing heißt, die es reflexhaft immer wieder auf den dörflich geprägten Sonnenhügel oberhalb von Meran zieht.
Und die Einheimischen, die nach Jahren im Ausland zurückgekehrt sind und in der Heimat einen wahren Energieschub entladen. Diese Kinder der 90er Jahre hatte es wissbegierig in die Metropolen Europas gezogen.
Die weit gereisten Thirtysomethings übernehmen das Werk der Eltern und lassen Einflüsse aus der globalisierten Welt hereinwirken. Sie sind es, die den Charakter im Dorf wandeln und einen kulturellen Aufbruch einläuten.
Einer von ihnen ist Manfred Kogler. „Aus dieser Aussicht muss doch was zu machen sein“, sagte sich der 28-jährige Chefkoch des „Culinaria im Farmerkreuz“. Wie ein Adlerhorst thront das Restaurant, in dem Wanderern vormals Speckjausen und deftige Knödelgerichte serviert wurden, über dem Etschtal.
Wenn im Tal die Lichter angehen, klingt leise Loungemusik über die Terrasse. „Wir wollten einen Bezug zu Südtirol, aber zeitgemäß sollte er sein“, erklärt Bruder Stefan, der im Service für das Wohl des Gastes verantwortlich ist.
Edle Materialien wie etwa Nussholzvertäfelung, Natursteinböden und Designlampen aus Marmor sorgen für eine warme Wohlfühlatmosphäre, in der man raffinierte Speisen wie Lammrückenfilet unter der Thymiankruste mit angeräuchertem Selleriepüree an mediterranem Gemüse & Flor de Sal genießt. Die Weinkarte mit edlen Südtiroler Gewächsen garantiert feinste Gau-menstimulanz.
Natürlich ist Dorf Tirol in erster Linie ein Paradies für Wanderer. Praktischerweise erreicht man den Einstieg in den Meraner Höhenweg mit der Hochmuth-Gondelbahn vom Ort aus in fünf Minuten. Eine Tatsache, die nicht nur die ältere Generation dankbar annimmt. Erspart dies doch den mühevollen Anstieg durch die mit freien Aus-blicken geizende Waldzone.
Besser ist es, man entsteigt der Bergbahn gut gelaunt mit frischen Kräften – und befindet sich bereits oberhalb der Baumgrenze. Dort verstellt nichts die herrlichen Bergpanoramen. Im Osten ragen die Spitzen der Dolomiten und der kantige Gipfel des Penegal in den Himmel. Nach Westen lustwandert man ohne größere Steigun-gen den Meraner Höhenweg entlang in Richtung Vinschgau und hat dabei den schneebedeckten mächtigen Ortler-Gipfel stets auf Augenhöhe. Ambitionierte Wanderer marschieren auf markierten Wegen bis in hochalpine Regionen, zum Naturpark Texelgruppe etwa und der Spronser Seenplatte auf rund 2.500 Meter Höhe.
Wer auf einer sechsstündigen Tour wie dieser gehörig Kalorien verbrannt hat, kann am Abend bedenkenlos dem Restaurant „Trenkerstube“ einen Besuch abstatten und sich in der edel-schlichten Holzstube auf höchstem Niveau verwöhnen lassen.
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