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Italienisch und deutsch, konservativ und modern. Bozen lebt von seinen ausgeprägten Kontrasten und hat sein verstaubtes Image längst abgelegt.
Wer nach Bozen fährt, landet über kurz oder lang auf dem Waltherplatz. Ungekrönter Herrscher über das weitläufige Herzstück der Altstadt ist - wie sollte es auch anders sein - ein Herr namens Walter. Genauer gesagt Klaus Walter. Ohne "h" zwar, dafür aber mit Zither, Mundharmonika und Schellen am Fuß. Der schmächtige Mittdreißiger in seiner Südtiroler Tracht betreibt eine One-Man-Band und unterhält die Passanten mit heimischen Volksliedern.
Sein Namensvetter Walther von der Vogelweide, der dem Platz seinen Namen gegeben hat, scheint interessiert zuzuhören, wenn Walter ohne "h" aufspielt. Was nicht immer so war, denn das Denkmal des mittelalterlichen Minnesängers wurde nach der Angliederung Südtirols an das faschistische Italien ganz heimlich, still und leise in einen entlegenen Park verfrachtet. Erst seit 1981 blickt der steinerne Barde wieder über seinen angestammten Platz. Die Figur ist für die deutschsprachigen Bozner zu einem Symbol in dem seit langem währenden Kulturkampf geworden ist. Ein Kampf, der zwar in letzter Zeit an Schärfe verloren hat, aber längst noch nicht beendet ist. Bozen ist eine zweigeteilte Stadt - die historische Altstadt ist tirolerisch, die neue Stadt jenseits des Flusses italienisch.
Wer auf dem Waltherplatz steht, wird diesen Gegensatz erst einmal gar nicht wahrnehmen. Man schlendert durch die Lauben mit ihren schmalen, mehrstöckigen Häusern, engen Durchgängen und Lichthöfen - Bozen ist eine heitere, belebte Stadt. Ein bisschen Shopping, danach einen Schoppen - das Glas Wein am späteren Vormittag, bei dem die wirklich guten Geschäfte gemacht und die wirklich wichtigen Besprechungen geführt werden, gehört eben unbedingt dazu.
Also machen wir uns auf den Weg in die Weinhandlung Enovit. "Der Bozner hat sich in seinen Trinkgewohnheiten gewandelt", erzählt der Inhaber Reinhard Stampfl. "Noch vor vier, fünf Jahren hat er fast ausschließlich Chianti aus der Toskana bevorzugt. In jüngster Zeit aber stehen auch die heimischen Rotweine wie Lagreiner und Sankt Magdalener wieder hoch im Kurs." Nachdem sie in Süditalien und im europäischen Ausland zahlreiche Auszeichnungen bekommen hatten, wurden die lokalen Weinpropheten mit einem Mal auch in Bozen wieder gehört.
Die heimischen Weißweine wurden ohnehin immer gern getrunken - zu fast allen Tageszeiten. Den Beweis bleibt uns die Stadt nicht lange schuldig. Ein paar Häuser weiter, durch die Bindergasse hindurch, steht das "Batzenhäusl", ein erst jüngst renoviertes Schmuckstück der Bozner Gastronomie. Früher war es ein Künstlertreff, dessen Gemäldesammlung heute in Schloss Prösels hängt. Das "Batzenhäusl" ist inzwischen ein In-Lokal. Eines von mehreren, denn in Bozen ist wieder richtig was los!
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Brutus sagte vor 3 Jahre 47 Wochen:
Okay! Dann frage ich meine liebste Reisebegleitung mal, wann wir einen längeren Stop in Bolzano einlegen! Salve und Grazie für die sehr schöne Einstimmung ... !
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