
Autor:
Zeno von Braitenberg
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Italiens alpiner Norden gehört zu den Reisezielen, über die unglaublich viel geschrieben wird. Meist geht es um Landschaft oder Geschichte. Doch was ist mit den Menschen? Sind sie nicht die eigentliche DNA der Region? Unsere sympathischen Protagonisten, alle bekennende Liebhaber ihrer Heimat, stellen Ihnen „ihr“ Südtirol mit persönlichen Empfehlungen und Geheim-Tipps vor. Lesen Sie unseren ganz speziellen Reisebericht.
Woher kimmsch’n?“ (Woher kommst du?), „Wer bisch’n?“ (Wer bist du?) und „Wie schreibsch di?“. Drei Fragen, die fast jedes Gespräch eröffnen und auf die es in Südtirol drei verschiedene Antworten gibt. Im Selbstverständnis der Südtiroler gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen der Frage, wer man ist, und jener, wie man heißt.
Ersteres ist die Hofbezeichnung, Zweiteres der Geburtsname. Ist einer ein Landwirt in Oberbozen, wird er auf „Woher kimmsch’n?“ mit „Vom Ritten“ antworten. Auf „Wer bisch’n?“ wird er den Hofnamen sagen, etwa „Der Ortner-Bauer“. Und erst auf „Wie schreibsch di?“ gibt er seinen Namen preis, immer den Nachnamen zuerst: „Der Rottensteiner Luis“.
Dies belegt die in Südtirol starke Überzeugung, dass das Land die Menschen prägt und die Menschen das Land gestalten. Es mag manchmal darüber gestritten werden, wie lange ein Mensch in Südtirol leben muss, um mit einem Einheimischen gleichgesetzt zu werden.
Tatsache ist, dass es Südtiroler gibt, die erst seit ein paar Jahren in Südtirol sind und sich doch dort zu Hause fühlen, während es andere gibt, die sich als Fremde fühlen, obwohl sie schon immer hier gelebt haben.
Susanne Barta: Verliebt in Südtirol
Als die Innsbruckerin nach Südtirol kam, war sie verliebt, schwanger und alles andere als glücklich darüber, fortan südlich des Brenners leben zu müssen.
So verbrachten die neuen Freunde viel Zeit damit, ihr die Schokoladenseiten Südtirols darzustellen. Dass man hier sehr viel erleben könne, wenn man sich nur umsieht. Dass es auch in Südtirol einige gute Künstler, Galerien und Schriftsteller gibt. Und dass es schließlich ein wunderschönes Land sei, in das viele Menschen reisen, um sich wohlzufühlen. „Ja, für eine Woche“, pflegte sie dann zu antworten, „aber doch nicht für ein ganzes Leben.“ Susanne hatte es wirklich schwer, eine Begeisterung für ihre neue Heimat zu finden.
Ihr Weg führte die studierte Juristin über eine Tageszeitung und eine Wochenzeitung zum öffentlich-rechtlichen Radio Bozen. Zweifel hegten allenfalls die neuen Freunde. Wie würde sich Susanne in einem Regionalsender wie diesem machen? Susanne ging in die Vollen und plötzlich war ein Kulturprogramm geboren, das heute vor allem mit ihrem Namen in Verbindung gebracht wird. „Studio 3, das Kulturprogramm von Susanne Barta“ berichtet wöchentlich über alles, was einem im Kulturleben Südtirols wichtig sein kann.
Ob Susanne von ihrer neuen Heimat erobert wurde? Was sicher ist: Südtirol wurde von Susanne erobert und darüber ist sie glücklich geworden.
Susannes Tipps
Als Event das Transart Festival zwischen September und Oktober. Kunst aus allen Stil- und Himmelsrichtungen an aufregenden und originellen Schau-plätzen wie der Franzensfeste. Und zum Ausspannen rate ich zum Spaziergang nach Lafenn am Tschögglberg.
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