InsiderTipps
Wie erlebt man das, was wir an Italien so lieben, in nur vier Tagen? Bei einer mehrtägigen Fahrt in Alfa Romeos aus den 1950er- und 1960er-Jahren! Auf den schönsten Toskana-Straßen durch das Reich des Chianti Classico. Ein genussvoller Reisebericht.
Mamma mia! Die Signorina in Rot versprüht Erotik. Super Figur. Und erst die Stimme der Kleinen - animativ heiser. Die Art, sich zu bewegen. Ihr Geruch: markant mit einer Nuance Öl. Das Objekt der Begierde: Alfa Romeo Giulia Spider. In den 1960er-Jahre bekannt und geliebt als "Signorina". Welch ein Kontrast zu den prall konturierten jungen Konkurrentinnen auf den Catwalks internationaler Automobil-Ausstellungen. Diese Girlies locken mit den gängigen Idealmaßen und lassen, wenn sie auf Touren kommen, nur ein ödes Schnurren vernehmen. Neue Cabrios sind schnell, ökologisch korrekt abgasgefiltert und schallgedämpft. Natürlich können Sie damit durch die Toskana fahren und dabei Spaß haben. Mit einer Hand am Lenkrad durch Kurven jagen, während die Frisur der Partnerin dank Windschott bei Tempo 130 auf der Autobahn Contenance bewahrt. Aber den Autos fehlt das Mediterran-Heißblütige, das Raffiniert-Komplizierte und Südländisch-Prätentiöse.
Italianità erfährt man nur mit Signorina Giulia, Geburtsjahr 1963. Die jüngere Schwester der legendären Alfa Romeo Giulietta Spider steht für vieles, was wir Menschen nördlich der Alpen an Italien so lieben. Für Charakter und Temperament, das auch mal lautstark wird. Für Bella Figura und den Reiz des Imperfekten. Für anarchisches lautes Ungestüm, aber auch für Sonne und Wonne, schnörkellose Lebensfreude. Zehn solcher Prachtstücke bilden den Fuhrpark des Oldtimerreisen-Veranstalters Nostalgic. Dieser wendet sich an all jene, die zwar ein Faible für nostalgische Fahrterlebnisse, aber keinen eigenen Oldtimer in der Garage haben.
Das erste Rendezvous mit Giulia. Trotz der Einführung durch Walter Laimer und Gerd Pichler, die Firmengründer, habe ich feuchte Hände, Unsicherheit, leichtes Herzklopfen. Komme ich klar mit der Kleinen? Hoffentlich mache ich nichts falsch! Den anderen dürfte es ähnlich gehen. Man weiß ja, dass die Beschaffung von Ersatzteilen für solch bejahrte Fahrzeuge eine Sisyphusarbeit ist. Das schüchtert ein wenig ein ...
Also, Zündschlüssel umgedreht und los geht's! Der Wagen kitzelt die Nerven mit fulminantem Brüllen und macht automatik- und servoverwöhnten Zeitgenossen in engen Kurven und an Steigungen jede Menge Arbeit. Das Getriebe verlangt beim Runterschalten ein flinkes Fußspiel. Kupplung treten, Gang in den Leerlauf, Kupplungspedal loslassen und Vollgas geben, Kupplung treten und Gang einlegen. Diese anfangs diffizile koordinative Herausforderung nennt sich Zwischengas und ist bitter nötig, sonst meldet sich das nicht synchronisierte Getriebe mit schmerzendem Knirschen und Krachen. Das Dreispeichenlenkrad ist viel größer als das moderner Wagen, außerdem dünner und wird noch für Kraftanstrengungen gebraucht. Weil man damit das Gefährt unter Bizepseinsatz über kurvige Landstraßen und enge Serpentinen der Toskana kurbeln muss. Im Zusammenspiel mit einer eigenwilligen Sitzposition und schwergängigen Pedalen macht der Begriff Sportwagen bei den Alfa-Oldies aus Sicht der Generation Golf wirklich Sinn.
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Reisebericht Florenz
Oldtimer-Rallye
mosaik (nicht überprüft) sagte vor 1 Jahr 10 Wochen:
"Toskana wie aus dem Fotokalender" ... mehr wohl ... wie aus einem Alfa Romeo, und die ist net wirklich aus der Toskana. Viel Technik-Gefühl, aber wo ist die Toskana aus dem Fotokalender fragt doch ein wenig grinsend Peter
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