InsiderTipps
Mamma mia, Maremma! Spuren der Etrusker, traumhafte Bergstädtchen, abgeschiedene Weingüter, feine Sandstrände und beste italienische Küche – der Süden der Toskana ist teilweise fast noch „unberührt“ und bietet dennoch pralles Dolce Vita. Inklusive Seitensprung auf das Inselidyll Isola del Giglio. Das beweist unser Reisebericht.
Langsam versinkt das Tuffplateau bei Sovana im Blau der Abendstunde. Im kühlen Wind flackert ein wärmendes Feuer auf der Terrasse des ländlichen Anwesens „PoggioBa“. Mit dem Deckel einer Weinkiste fächert Vittorio die Glut an. Dann legt er ein knapp zwei Kilo schweres Florentiner Steak auf den schmiedeeisernen Rost.
Es wird auf allen vier Seiten hochkant angebraten. Erst zuletzt garen die flachen Seiten direkt über der Glut. Vittorio lächelt zufrieden. „So muss eine Fiorentina sein. Außen knusprig gebräunt und innen roh – Sashimi auf Toskanisch!“
Ich starre ihn geschockt an. Vittorio beruhigt mich im selben Atemzug: „Wir können es uns erlauben, das Fleisch so zu essen, denn wir kennen die Kuh, wir kennen den Mann, der sie getötet hat und wir wissen, welches Futter sie hatte.“
Nur mit Olivenöl beträufelt und Salzflocken bestreut, genießen wir kurze Zeit später das köstliche Fleisch in der rustikalen Landhausküche. Als Beiwerk reicht Lebensgefährtin Stefania gegrillte Zucchinischeiben mit Oregano, Aubergine, toskanischem Weißbrot und einer Flasche roten Le Difese von der Tenuta San Guido.
„Ein edler Tropfen desselben Weinguts, das den Kultwein Sassicaia für 280 Euro die Flasche erzeugt,“ schmunzelt Vittorio, „der kleine Bruder sozusagen, oder besser ausgedrückt: der Sassicaia für Arme.“
Vittorio Vais, der im Etruskerstädtchen Sovana die Enoteca „Vino al Vino“ betreibt, muss es wissen. Nach dem Dinner spaziere ich durch den von Olivenbäumen durchsetzten Garten. Eine Nachtigall trällert in der Dunkelheit. Ich schweige und lausche. Sterne funkeln. Kein Licht weit und breit. Das „PoggioBa“ scheint in der Weite der Nacht die einzige menschliche Behausung zu sein.
Das uralte etruskische Stammland ist eine der ungewöhnlichsten Gegenden der Maremma. Über 200 Meter tiefen, canyonartigen Flusstälern thronen die drei mittelalterlichen Città del Tufo: Sovana, Sorano und Pitigliano. Jeder Ort dieser “Tripolis“ der Tuffzivilisation hat seine ganz eigene Faszination. Das dramatisch in den Steilhang gebaute Sorano erinnert von der Panoramaterrasse Masso Leopoldino aus betrachtet an ein kubistisches Gemälde Picassos.
Das aus nur einer Hauptgasse bestehende Sovana strahlt die Lieblichkeit eines gemütlichen Straßendorfs aus. Und das über dem Abgrund dicht gedrängte, ansatzlos aus dem hellen Felsrücken emporwachsende Pitigliano übertrifft mit seinem grandiosen Anblick ohnehin alle Erwartungen.
ReiseBuchung
Reisewetter aktuell
Das aktuelle Reisewetterfür Ihr Reiseziel
Reisebücher
-

Die Zukunft der Jurte
mehr Infos -

Das Kochbuch des Kannibalen
mehr Infos -

Tee
mehr Infos -

Das Dorf, das Dorf, die Erde, die Erde ...
mehr Infos -

Das koloniale Indien
mehr Infos -

Die besten Single-Reisen
mehr Infos


Reisebericht Florenz
Oldtimer-Rallye
Brigitte Collaud (nicht überprüft) sagte vor 6 Tage 23 Stunden:
Wir sind soeben von unserem Trip in die Toscana zurück und können Ihrer Reportage voll zustimmen! Die Landschaft ist absolut prächtig und vor allem im Val d'Orchia wie ein Gemälde mit den verschiedenen Grün- und Gelbschattierungen, den Zypressen und den Weinbergen. Auch Montepulchiano, Montichiello, Pieza sind bezaubernd. Und dann das Essen, einfach himmlisch, den Wein nicht zu vergessen! Wir haben unsere Ferien in vollen Zügen genossen.
Diesen Beitrag melden!
Kommentar hinzufügen