InsiderTipps
Traumstrände, sagenhafte Hotels, Reggae, Rum und Rastas sind nur einige Argumente für das Eiland in der Karibik. Deshalb sollte man sein Resort unbedingt auch mal verlassen, um das Hinterland zu erkunden. Und um die wahrscheinlich nettesten und entspanntesten Bewohner der gesamten Karibik kennenzulernen.
Hati ist wohl das, was man einen knallharten Unternehmer nennt. In perfektem Business-Englisch verhandelt er mit seinen Kunden (in dem Fall drei Touristinnen aus Deutschland inklusive Autorin), als ob er von Wirtschaftskrise nie etwas gehört hätte – im Gegenteil: Wie am Schnürchen läuft offensichtlich sein Gewerbe auf dem kleinen Markt im Küstenstädtchen Ochos Rios. Das eigentlich gegen ihren Willen stattfindende Verkaufsgespräch, bei dem übrigens Tränen gelacht wurden, konnte das Trio jedenfalls nicht so einfach abwürgen. Und das, obwohl man es wegen seines Verhandlungsgeschicks auf Basaren von Marrakessch bis Muscat fürchtet.
Doch Hati, mit Rastalocken und einem Grinsen ausgestattet, bei dem ein Abstand zwischen Ohren und Mundwinkeln kaum vorhanden zu sein scheint, kümmert das nicht. Er hat die drei am Ende, übrigens nicht mit unangenehmer Aufdringlichkeit, sondern mit tiefgründigem Charme und Mutterwitz, überzeugt: Waschmaschinen sind verzichtbar, ebenso kann man als Frau ohne Auto, schicke Klamotten, Lippenstift, sogar ohne einen festen Wohnsitz ganz easy durchs Leben kommen. Keinesfalls aber ohne eines seiner selbst gemalten Bilder! Farben- und lebensfroh sind sie, mit erstaunlich fantasievoll verfremdeten Inselmotiven. Und strahlen genau dieselben positiven Vibrations aus wie der Künstler, der sie geschaffen hat. Objekte, mit denen man sich ein Stück der guten Laune, die auf Jamaika herrscht, mit nach Hause nehmen kann.
Jenes signifikanteste Merkmal der Insel – fröhliche Menschen, wo man steht und geht – ist für den Erstbesucher mitunter befremdlich. Und das in einem Land, in dem das Leben der Einheimischen mit über 15 Prozent Arbeitslosigkeit eigentlich gar nicht zum Spaßen ist. Aber Jammern ist des patriotischen Jamaikaners Sache nicht. Lieber eine Mütze mit den Nationalfarben Schwarz-Grün-Gelb über die langen Haare gestülpt, wild gemusterte Klamotten angezogen und zu Bob Marleys „No Woman No Cry“ geschwoft als geheult wie ein Mädchen.
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