Kein Witz: Japans besten Schweinsbraten gibt es genau dort, wo Nippons schönste Strände liegen. Reporter Robert Haidinger lüftet auf Miyako Island, auf Ishigaki, Iriomote und weiteren Inseln des Ryukyu-Archipels manch exotisches Geheimnis. Lesen Sie seinen Reisebericht.
ormalerweise stehen Sätze wie der nachfolgende im Editorial. Oder bei den Bio-Kästchen am Ende einer Reportage: a&r-Autor und -Fotograf Robert Haidinger schwört seit seinem Aufenthalt auf die Okinawa-Diät.
Wegen der weißen Sandstrände und der Palmen – und der Hawaii-Hemden, die aus jedem Japaner einen besseren Menschen machen. Aber vor allem wegen des Figurwunders von Okinawa. Fünf Kilo in zwei Wochen! Ein Mirakel. Ohne zu hungern. Ohne zu schwitzen. Es sei denn im Liegen, am schneeweißen Strand. Und trotz reichlich Sake und Schweinsohren. Denn auch Öhrchen-Knabbern nach dem zehnten Gang gehört zur Okinawa-Diät.
An dieser Stelle muss man weiter ausholen. Aber auch nicht zu weit. Es reicht bis zur anderen Seite des Tischs, wo der babyrosa Translator liegt, auf den die Coral Queen gerade einhämmert und den sie mir nun vors Gesicht hält: „Three days, a little sugar“ ist darauf zu lesen.
Es geht um die Garzeit ihres sensationellen Schweinebratens und um die aromatische Süße, die eine leise Spur von Kurkuma, Gelbwurz, verrät. Die Coral Queen strahlt dazu wie ein Leuchtturm. Es ist dasselbe Strahlen, das sie bereits den ganzen Abend in eifriger Heimarbeit sorgsam eintütet: immer ein kleines Porträtbildchen von ihr und dazu ein paar sonnengetrocknete Papaya-Scheibchen oder eingelegte Goya-Bittergurken plus Rezept.
Die Coral Queen heißt eigentlich Chiyo Tsukayama und war als Fernsehköchin regionaler TV-Sender bekannt genug, um solche Goodies in alle Teile Japans zu verschicken, Etikett der eigenen Marke inklusive. Wer in ihrem schlichten B&B absteigt, ist über so viel natürlichen Charme kaum mehr erstaunt. Immerhin hat man dann in der Regel schon einige Okinawa-Lektionen hinter sich.
Wir befinden uns auf Miyako Island, einer weiteren Perle der ganz im Süden Japans ausgestreckten Ryukyu-Inselkette. Doch im Moment breitet sich vor allem die kulinarische Landschaft dieser eigenwilligen Region aus. Nicht nur Schweinebauch mit üppiger Kruste, der jetzt so herrlich auf einem dicken Soba-Nudel-Nest glänzt und für den allein man ans tropische Ende Japans reisen möchte. Sondern auch lange gegarte und im Rohr fertig gebratene Süßkartoffeln. Ferner Tofu, der hier keineswegs nach aufgeweichtem Styropor, sondern fast wie Pannacotta schmeckt.
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Powder-Glück auf Hokkaido
Ruta Grinkus (nicht überprüft) sagte vor 1 Jahr 4 Wochen:
Phantastischer Text, tolle Photos. rundum sehr schön. vielen Dank
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