
Autor:
Achim Chwaszcza
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Grandiose Berge, viel Geschichte und das Farbenspiel des Sandsteins. Petra ist ein aus Fels gemeißeltes Gesamtkunstwerk – inklusive packender Bergabenteuer.
Man sieht nichts. Aus der Ferne nicht und auch nicht aus der Nähe. Wenige Schritte, bevor sich die schmale Spaltenschlucht des Siq nach einer letzten Windung öffnet, kommt die große Stunde des Reiseführers: „Bitte Augen schließen. Zehn, neun acht … Augen auf! Bitte schön.“ Selbst wenn jeder das „Schatzhaus“, die berühmteste aller Fassaden, schon vielfach auf Fotos gesehen hat, so stockt ihm doch der Atem.
Das Hochtal von Petra war, so die Archäologen, von der Jungsteinzeit vor rund 11.000 Jahren bis in die Spätantike dauerhaft besiedelt. Semitische Nabatäer hatten vor 2.500 Jahren die Kontrolle über die Region übernommen.
Sie lebten davon, die Karawanen aus Südarabien zu kontrollieren, die sich in Petra kreuzten und Weihrauch, Gewürze sowie Edelmetalle transportierten. Führten die Nabatäer anfangs noch ein nomadisch geprägtes Leben in Zelten, gingen sie vor 2.300 Jahren dazu über, feste Bauten zu errichten.
Die größte Macht besaßen sie nach der Einnahme von Damaskus. Petra wurde
immer reicher, wuchs auf bis zu 40.000 Einwohner und gönnte sich immer pompösere Bauten. Im Jahr 40 wurde der Haupttempel fertiggestellt. Als die Römer die Schifffahrt auf dem Roten Meer und neue Karawanenwege etablierten, die Petra umgingen, begann der Untergang des Wüstenreichs.
Nach den Kreuzzügen betrat bis zur Wiederentdeckung 1812 kein Europäer mehr Petra. Die ersten wissenschaftlichen Ausgrabungen erfolgten in den 1920er Jahren, kurze Zeit später begann die touristische Erschließung.
Die Höhepunkte unter den über 750 Bauten und Opferstätten Petras? Das „Schatzhaus“ (Khazne al-Faraun), ein knapp 40 Meter hohes und 25 Meter breites Felsgrab mit korinthischen Säulen, Relieffiguren und Rundtempel auf der zweistöckigen Fassade. Das Theater aus dem 1. Jahrhundert wurde 1961 entdeckt, es bot auf über 30 Sitzreihen Platz für 5.000 Zuschauer.
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