
Joachim Chwaszcza
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Versteckt in den noch endlosen Regenwäldern Kambodschas warten nahezu unbekannte Tempel und Pagoden der legendären Khmer-Kultur darauf, entdeckt und – bewahrt zu werden. Fernab des Touristenstroms von Angkor Wat. Unser Reporter war dort auf Pioniertour und brachte diesen Reisebericht mit.
Lippen wie Angelina Jolie. Voll, wohlgeformt, ein leichtes Lächeln überzieht das Gesicht. Kunstvoll sind die Haare aufgetürmt, geschmückt von einer filigranen Krone. In der Hand eine Lotosknospe, die Finger gespreizt – in Sandstein verewigt eine der so schwierigen klassischen Figuren des Tempeltanzes. Der Rock fällt in akkuraten Falten, sein Saum ist prachtvoll geschmückt, der Oberkörper der Tänzerin nackt. Deren Augen sind halb geschlossen und blicken meditativ zu Boden. Das erste warme Sonnenlicht fällt auf das faszinierende Gesicht einer unbekannten Schönheit Kambodschas. Ein Moment buddhistischer Klarheit als Kunstwerk.
Das Lächeln der Apsaras, der himmlischen Tänzerinnen, hinterlässt mit Abstand eine der faszinierendsten und nachhaltigsten Empfindungen, die man bei der Besichtigung von Kambodschas Khmer-Tempeln erlebt. Und sie sind umso eindringlicher und unvergesslicher, als man sie abseits jeglicher Touristenströme genießt. Für sich allein, weit weg vom lärmenden und trampelnden Strom der Zweitagetouristen, die Angkor und die Tempel der Khmer fast zu einer Disneykultur gemacht haben. Denn versteckt in den Wäldern Kambodschas, im Hinterland der einstigen Roten Khmer, finden sich Tempel und Pagoden von einzigartiger Schönheit.
Sie sind schwer zu finden und nur auf abenteuerlichem Weg zu erreichen. Und es bedarf einiger logistischer Vorarbeit, will man diese entlegenen Dschun-geltempel finden und besuchen. 2007 wurde mit Preah Khan der letzte dieser kaum beschriebenen Tempelkomplexe von den tückischen Minen geräumt und für ausländische Besucher zugänglich gemacht. Die Tempel sind sicher, aber sie sind schwer zu finden und zu erkunden. Der Weg zu den Dschungeltempeln bedeutet, sich auf eine Kultur-Expedition einzulassen. Fahrten über entlegene Pisten, ruppige Waldwege, nicht asphaltierte Straßen. Durch staubige Dörfer und fernab von Komfort und Luxus. Ein Hauch von Indiana Jones, eine Exkursion, die einzigartige Erlebnisse verspricht.
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