
Autor:
Knud Kohr
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Inhalieren Sie ihn tief, den Duft von Wildnis und Abenteuer. Bei einer Flugreise zu Ontarios Wildnis-Lodges. Unsere Reporter sind aufgestiegen, durch die Wälder gestapft und unfreiwillig abgesoffen – und mit einem spannenden Reisebericht zurückgekehrt.
"Dass die damals in so was eingestiegen sind ...!" Fotograf Thomas Linkel klopft vorsichtig gegen die rot-gelb lackierte Außenhaut eines alten Wasserflugzeugs im großen Ausstellungs-Hangar. Es klingt, als ob man gegen die Kühlerhaube eines Trabant schlägt. Viel Kunststoff, etwas Holz, wenig Blech. Vorn ein Propeller, so groß wie ein Deckenventilator. Nur Hasardeure können mit so etwas geflogen sein. Irgendwo in der Halle des Bush Plane Museum von Sault Ste. Mariees beginnt es zu summen. Eine Hornisse vielleicht? An den Kais vor dem Museum sollen wir von einem Piloten der Hawk Air abgeholt werden. Das seltsame Summen wird lauter. Plötzlich begreifen wir, woher es kommt. Direkt vor dem Museum landet eine Maschine; deutlich kleiner als diejenige, die wir eben so ungläubig bestaunt haben.
Kurz darauf steht unser Pilot vor uns. Bill ist 64 Jahre alt und Pilot seit über vier Jahrzehnten. Dass Reisende mit weichen Knien vor seiner De Havilland Beaver stehen, scheint der mit staubtrockenem Humor gesegnete Mann gewohnt zu sein. "Sie ist 1960 geboren worden. Viel jünger als ich. Also macht euch keine Sorgen." Er verstaut unser Gepäck auf dem Rücksitz und dann heben wir ab. Von oben bekommt man den besten Eindruck von den unendlichen Weiten Kanadas. Allein Ontario - nur die zweitgrößte Provinz des Landes - ist etwa so groß wie Frankreich und Spanien zusammen. Ontario ist ein Indianerwort und bedeutet "glitzerndes Wasser". Auch das kann man bei einem Blick aus dem Flugzeugfenster leicht begreifen: nichts als Seen, Wälder und felsige Hügel.
Nach 90 Minuten Flug - unsere Verkrampfung ist längst verschwunden - beginnt Bill die Landung. Mit einer 360-Grad-Wende testet er die Windverhältnisse und dann setzt er sicher auf dem Lake Wabatongushi vor dem hölzernen Haupthaus des "Errington's Wilderness Island Resort" auf. Besitzer Al Errington steht auf dem Steg, um uns zu empfangen. Er sieht genauso aus, wie man sich einen Mann in Kanadas Wäldern vorstellt: kräftig, vollbärtig, gekleidet in Jeans und Flanellhemd. Mit wenigen Worten veranlasst er das Nötige für unsere Unterbringung, um sich dann bis zum Abend zu verabschieden.
Die Lodge erstreckt sich über mehrere der über 70 kleinen Inseln des Lake Wabatongushi. Zwischen den Holzhäusern - mit Badezimmer, Kamin und Platz für bis zu vier Personen - bewegt man sich mit sechs Meter langen, motorbetriebenen Booten. Wenn das Wetter es erlaubt, wird das Mittagessen nicht im Haupthaus, sondern an einem Grillplatz eingenommen. Für Angler ist der See ein Paradies und zwischen dem 1. und 15. Oktober sind die Wälder an seinen Ufern auch eines für Jäger. 200 Dollar kostet die Lizenz, mit der man einen Elch oder Bären schießen darf.
Kanada Ontario Unterwegs im buschflugzeug Video-Clip ansehen!
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