Ein Bummel durch die urbanen Zentren im Osten Kanadas und ein letztes Zeichen der Zivilisation, bevor der St.-Lorenz-Strom in den Golf übergeht: Unser Reisebericht endet an einem der ältesten Leuchttürme Nordamerikas, dem Phare de Pointe-des-Monts.
Zuerst Montréal. Drei Männer in einer Kirche: Pierre Trudeau, einst kanadischer Ministerpräsident mit legendärem Liebesleben, Jimmy Carter, würde heute unvereinbar Scheinendes vereinen – Glaubwürdigkeit und US Präsi-dentschaft – und Fidel Castro.
Im Jahr 2000 sind die drei gemeinsam in der Basilique Notre-Dame – ersterer schon im Sarg. Die anderen beiden erschienen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Solche drei dermaßen charismatischen Figuren an einem Ort, das muss eine auch heute noch spürbare Energie erzeugt haben.
Nur deshalb beginne ich meinen Altstadtbummel an dem neugotischen Gotteshaus aus dem Jahr 1829 und nicht, weil die Montrealer behaupten, dies sei das schönste Nordamerikas und das zweitgrößte nach dem Petersdom.
Als Stadt des Savoir-vivre und der Kunst sieht man sich selbst und zeigt sich gern extrovertiert. Nur wenige Minuten die Straße hinab taucht die Sonne das Rathaus im viktorianischen Second-Empire-Stil in ihr mildes Licht.
Davor auf dem Place Jacques-Cartier schützt sich eine Dame mit einem ulkigen, gehäkelt aussehenden Sonnenschirm vor ihm. Ich spreche sie an und sie definiert sich als Künstlerin – nicht so wichtig.
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