Strände, die nie voll sind. Unberührte Unterwasserwelt. Eine lebendige Musikszene. Autorin Anja Keul hat die kapverdischen Inseln Sal und Boavista für Sie einem kurzen Beach-Check unterworfen. Lassen Sie sich von Ihrem Reisebericht anregen.
Wow! Lisa, die junge Kapverdierin in engen Jeans und grünem T-Shirt, ist eine perfekte Schönheit. Aber wenn sie von sich erzählt, klingt es so, als verrate sie ein dunkles Familiengeheimnis: „Ich bin 28, Single, habe studiert, keine Kinder, aber einen Beruf, der mir Spaß macht. So jemanden wie mich gab es vor zehn Jahren auf Sal oder Boavista nicht. Und ich bin immer noch eine absolute Ausnahme …“
Vor zehn Jahren waren die beiden wüstenhaften östlichen Kapverden-Inseln von der Welt vergessen: karg, arm, hoffnungslos, sie boten kaum Einnahmequellen außer ein wenig Fischfang und Handel. Wer konnte, ging weg – und sei es nur auf die Schwesterinseln Santiago oder São Vicente.
Den wenigen tausend Insulanern dienten die weiten, hellen Strände am blitzsauberen Atlantik allenfalls für einen schnellen Sprung in die Fluten, bevor sie sich wieder in den Schatten ihrer Häuser zurückzogen. Und manche Sandparadiese wie die kilometerlange Praia de Santa Mónica im Süden von Boavista sahen oft tagelang keinen Besucher.
Boavista heute: Wie eine Fata Morgana steht das 750 Zimmer zählende Resort „RIU Karamboa“ mit Türmchen und Mäuerchen im neomaurischen Stil vor tiefblauem Meer, nur ein paar Fahrtminuten vom internationalen Flughafen.
Am breiten Strand genießen sonnenhungrige Mitteleuropäer 330 Tage Sonnenschein im Jahr. Strandliegen und Sonnenschirme, Sandburgenbauer und Katamaransegler – Boavista hat sich zum Urlaubsparadies der Marke „Sun & Beach“ entwickelt, das seit 2008 jedes Jahr mehr Sonnenhungrige anlockt.
Bis Sal Rei, dem verschlafenen Hauptstädtchen von Boavista, kommen nur wenige Touristen. Die neue Markthalle an der zentralen Praça de Santa Isabel lockt mit Verkaufsständen afrikanischer Masken, Tücher und Ketten zum Bummel.
Auf der bloßen Kaimauer liegen große Thunfischstücke, die Frauen in bunten Kleidern zum Kauf anbieten. Die Männer spielen im Schatten das Strategiespiel Oril und kümmern sich nicht ums Geschäft. Schließlich haben sie den Fisch gefangen, was geht sie der Rest an?
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Insel-Törn vor Capo Verde
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