
Autor:
Gerald Penzl
InsiderTipps
Die Kapverden sind noch ein Geheimtipp. Am schönsten erlebt man sie bei einem Segelausflug vor der Küste Afrikas. Unser Reisebericht unter vollen Segeln verrät Ihnen mehr ...
Manche Zeitgenossen sind einfach schrill. Bia zählt mit Sicherheit dazu. Der Officer im Airport von Sal hat mir den Einreisestempel noch nicht in meinen Pass gehauen, da baut sie sich schon vor mir auf. Kippe im Mund, die Nägel knallblau, ein wilder Rasta-Schopf, in dramatische Fummel gezwängt. Die Hände in die Hüften gestemmt starrt sie mich an, als wäre ich der Leibhaftige in Person. "Gerardo?", rollt sie in hartem Portugiesisch. Ich nicke. Sie grinst, dreht sich um 180 Grad, winkt mir zu folgen und marschiert auf das erstbeste Taxi vor der Ankunftshalle zu. Nach 15 Minuten Fahrt durch die braun verbrannte Wüstenlandschaft steigt der Fahrer in die Eisen. Quietschend kommen wir am Schiffsanleger in Santa Maria zum Stehen.
Bia zahlt. Ein paar Worte ins Walkie-Talkie und schon löst sich ein Schlauchboot vom Heck des Zweimastseglers. Kaum hat das Gefährt an dem ebenso windschiefen wie haarsträubend baufälligen Anleger festgemacht, scheucht sie ein paar Bürschchen auf. Brav verladen diese mein Gepäck. Mit Vollgas geht es zurück zum Segler. "Willkommen an Bord", winkt mir ein sonnengegerbter Typ von der Reling aus entgegen. Jan, der Käpten der "Sodade", hilft mir aus dem Schlauchboot. "Check erst mal ein. In einer Stunde stehen Vinho und Langusten auf dem Tisch!"
"All hands on deck!" So weinselig der Abend wurde, so schnell ist morgens die Crew aus der Koje. Schon fliegen die ersten Leinen. Kommandos werden gebrüllt. Ankerketten rasseln. Fauchend legt der Schiffsdiesel los. Der Wind als Vater jeder seglerischen Fortbewegung kommt - wie soll es anders sein - von vorn. Damit bleiben Groß- und Focksegel eingerollt und ein Diesel treibt uns durch die wogende See.
Gegen Mittag dreht der Wind. Jan lässt die Maschine stoppen und Segel setzen. Routine macht sich breit. Bia schrubbt die Kombüse. Jan thront hinter dem Steuerrad und hält das 38-Meter-Schiff auf Kurs. Die Passagiere greifen zum Sonnenöl und geben sich der unendlichen Leichtigkeit des Liegestuhl-Daseins hin. Der Rest der Mannschaft hält es wie Boby. Diese Miniausgabe eines dahergelaufenen Straßenköters fährt als eine Art Klabautermann mit. Jetzt liegt er zusammengerollt auf dem Kartentisch und schläft.
21 Uhr, Insel São Nicolau: Sanft streichelt das Mondlicht die Wellen. Blinkende Geschwader kleiner bunter Fische geleiten uns in den Hafen von Tarrafal. Nach 90 Seemeilen und einem opulenten Mahl aus fangfrischem Tunfisch, Reis, Gemüse und Salat, kräftig Vinho Verde und Sagres-Bier ist Party-Time.
ReiseBuchung
Reisewetter aktuell
Das aktuelle Reisewetterfür Ihr Reiseziel
Reisebücher
-

Die Zukunft der Jurte
mehr Infos -

Das Kochbuch des Kannibalen
mehr Infos -

Tee
mehr Infos -

Das koloniale Indien
mehr Infos -

Die besten Single-Reisen
mehr Infos -

Das Vermächtnis des Dalai Lama
mehr Infos


Kommentar hinzufügen