
Autor:
Martin Müller
Weitere Reportagen
Dalmatien Mediterranes Lustspiel
Wochenendtrip Kurz mal nach... Dubrovnik: 1. Tag
Stadtporträt Zagreb Grande Dame, geliftet
Kurzurlaub in Porec Porec powert
Kurz mal nach ... Hvar Spröde Schöne
InsiderTipps
Istrien ist ein gutes Stück Toskana im nördlichen Kroatien. Hier werden die Lebensmittel nicht im Supermarkt gekauft, sondern direkt vom Baum gepflückt. Hier grast, schwimmt und wächst alles in Reichweite. Ein kulinarischer Geheimtipp, der nicht mehr lange geheim sein wird. Dafür dürfte nicht zuletzt unser Reisebericht sorgen ...
Mögen Sie Trüffel? Der Geschmack ist etwas für geübte Gaumen. Kinder sind jedenfalls nicht scharf auf diesen geraspelten oder geriebenen Gourmetstaub. Es ist ähnlich wie mit Austern oder Jakobsmuscheln, auch intensive Olivenöle fallen in diese Kategorie.
Man sollte sie probieren, wenn der Geschmackssinn bereits an vielen Aromen gereift ist. Istrien, die nördlichste Küstenregion Kroatiens, serviert neben landschaftlichen Delikatessen all diese Leckereien. Dennoch ist die Adria-Halbinsel nach wie vor ein Geheimtipp, besonders aus kulinarischer Sicht. Und das gilt es hier auszuplaudern.
Männergespräche im Leihwagen: Fotograf Thomas und ich reden über unsere Figur. Wir kämpfen regelmäßig darum, nicht unter unser Idealgewicht zu sinken. Um die Gürtel weiter schnallen zu können, kommt der Gourmettrip gerade recht.
Vom kleinen Flughafen im italienischen Triest schlagen wir einen kurzen Haken durchs slowenische ins kroatische Istrien. Antonio, ein Mittzwanziger, steuert uns die gut 120 Kilometer durch den Grenz-Irrgarten. Sag mal, Antonio, wie heißt eigentlich die kroatische Währung und gibt‘s die mit unserer EC-Karte am Geldautomaten?
Kuna heißt das Geld, verrät Antonio, aber mit dem Automaten kenne er sich nicht so aus: „Wenn ich Geld brauche, gehe ich zur Mama!“ Italienische Verhältnisse also. Kein Wunder, Istriens Küste war 400 Jahre lang venezianisch und die Region ist offiziell zweisprachig.
Das Hotel „San Rocco” im 1000-Seelen-Ort Brtonigla (Verteneglio auf italienisch) verströmt fast toskanisches Ambiente. Etwas Boutique-Chic zwischen uralten Eichenbalken, eine Art Frühstücks-Loggia zwischen Haus und Pool, ein zum Gourmetrestaurant mutierter Weinkeller. Das sechs, sieben Kilometer weit entfernte Meer kann ich riechen, als ich durch den Garten schlendere, der Duft hängt warm zwischen Oliven-, Pflaumen-, Feigen- und Birnengeäst und dem Laub von Kiwibeeren und Tomatensträuchern.
Teo Fertenich ist der charmante Junior aus der Besitzerfamilie, er besorgt die Produkte für das mit zwei Gault-Millau-Hauben ausgezeichnete Restaurant. Prüfend streichelt er ein paar Feigen und rümpft die Nase: „Die sind spät dran in diesem Jahr. Ich glaube, für heute Abend müssen wir sie mit Birnen ersetzen.“
ReiseBuchung
Reisewetter aktuell
Das aktuelle Reisewetterfür Ihr Reiseziel
Reisebücher
-

Die Zukunft der Jurte
mehr Infos -

Das Kochbuch des Kannibalen
mehr Infos -

Tee
mehr Infos -

Das Dorf, das Dorf, die Erde, die Erde ...
mehr Infos -

Das koloniale Indien
mehr Infos -

Die besten Single-Reisen
mehr Infos


peter_pfaender sagte vor 11 Wochen 5 Tage:
Herr Lorenz, die Herren Redakteure sind immer offen für gute Tipps in Sachen charmante, erschwingliche Unterkünfte und Restaurants in Istrien - und die Leser der Community sicher auch. Also, zeigen Sie's uns....
Diesen Beitrag melden!
Michael Lorenz (nicht überprüft) sagte vor 13 Wochen 1 Tag:
Ich freute mich schon, als ich das Titelblatt sah. Ein Bericht über Istrien, meine liebste Urlaubsregion seit nunmehr über 30 Jahren.
Nach dem Durchlesen, vor allem der Infoseiten zu Istrien, musste ich allerdings feststellen, dass es überwiegend um die hochpreisige Gastro- und Hotelkultur ging, ein Bericht über Spitzenrestaurants und teuren Absteigen, wie man sie nun einmal überall auf der Welt findet. Diese Darstellung schuldet man wohl dem Zielpublikum dieser Zeitschrift.
Schade, wer Istrien gut kennt, wird weit mehr Facetten an diesem Landstrich lieben als einige TOP-Adressen für den Gutverdiener.
Natürlich gehe ich auch gerne mal gut speisen, aber es ist gerade die Schlichtheit und Ehrlichkeit von Essen, Leuten und Leben in dieser Region, die den unvergleichlichen Charme Istriens ausmachen. Den man, wenn man weiß, wo, immer wieder für relativ kleines Geld erleben kann.
Den Herren Redakteuren kann ich daher nur empfehlen, sich das nächste Mal mehr Zeit zu nehmen und das wahre Istrien auf eigene Faust zu erkunden.
Grüße
Michael Lorenz
Diesen Beitrag melden!
Kommentar hinzufügen