
Autor:
Andreas Hub
Weitere Reportagen
Inseltipp Mulu und Mabul Dschungelbuch für Genießer
InsiderTipps
Brunei, Indonesien und Malaysia teilen sich die drittgrößte Insel der Welt. Riesige Flächenrodungen für Palmöl-Plantagen radieren den Regenwald aus – und den Lebensraum von über 50.000 Orang-Utans. In der Provinz Sabah wachsen bereits auf jedem fünften Quadratkilometer Ölpalmen
„Det fand ick ja jetzt dufte“, fasst der Herr in Shorts und Schlappen den Besuch im Semenggoh Wildlife Centre zusammen. Ob die Erwartungen der Besuchten erfüllt wurden, wissen wir nicht. Aber wir gaben alle unser Bestes, staunten, knipsten, lachten, als die Orang-Utans kamen.
Die aus Gefangenschaft befreiten oder verletzt aufgefundenen Affen werden auf ein Leben im ursprünglichen Habitat vorbereitet und nach und nach ausgewildert. Wobei das Leben in der Freiheit für die Orang-Utans der Insel voller Bedrohungen ist. Die größte Gefahr droht durch das milliardenschwere Palmöl-Business. So ist bereits ein Fünftel der Fläche der malaysischen Provinz Sabah von Ölpalmen-Plantagen bedeckt. Für die Ölindustrie stirbt der Inseldschungel in Sabah und Sarawak, in dem noch rund 10.000 der Affen leben, der Rest streift durch die indonesischen Wälder.
Malaysia ist nach Indonesien der zweitgrößte Palmöl-Exporteur der Welt, die das Öl als Bio-Sprit, für Kerzen sowie zahlreiche Kosmetika und Lebensmittel verwendet. 12,7 Milliarden Euro bringt die drittgrößte Devisenquelle dem Land ein.
Die Aufzuchtstation wird als touristisches Highlight vermarktet, die Erfahrung bleibt zwiespältig. Asphaltierte Wege, Plattformen zur Fütterung, eine Begegnung in freier Wildbahn ist das nicht, dafür hat man die Tiere garantiert zum Greifen nah. Die großen Menschenaffen verstehen das ganz wörtlich:
Brillen, Mützen, Kameras, Brustbeutel werden gern als Spielmaterial konfisziert. Die Dame Delima gilt dabei als besonders fingerfertig, heute aber krault sie nur zärtlich ihr vier Monate altes Baby und wir schmelzen alle komplett dahin. Bei der Affenhitze …
„Was ist das? Eine Fledermaus?“, fragt die besorgte Dame die Herrschaften an der Rezeption des „Hilton Batung Ai Long-house Resort“. „Nein, ein Schmetterling“, kommt die Antwort. „Aber der ist doch nicht echt, oder …“ Natürlich ist der echt, die hängen ja hier keine Plastikattrappen an die Wand.
Und da es keine Türen gibt, weil man in der tropischen Schwüle selbst um den kleinsten Lufthauch froh ist, kommt von draußen rein, was dort kreucht und fleucht.
Doppelt handtellergroß, setzt der Schmetterling sich mit schweren Flügelschlägen in Bewegung, sackt ab, droht von seiner Größe zu Boden gedrückt zu werden, bis er ordentlich Luft unter den Hintern kriegt und wieder hinausfindet in den Regenwald von Sarawak.
ReiseBuchung
Reisewetter aktuell
Das aktuelle Reisewetterfür Ihr Reiseziel
Reisebücher
-

Die Zukunft der Jurte
mehr Infos -

Das Kochbuch des Kannibalen
mehr Infos -

Tee
mehr Infos -

Das Dorf, das Dorf, die Erde, die Erde ...
mehr Infos -

Das koloniale Indien
mehr Infos -

Die besten Single-Reisen
mehr Infos


Kommentar hinzufügen