
Autor:
Sibylle Gerlinger
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Lankayan ist eines der kuscheligsten Verstecke von Malaysia. Diese Insel bietet neben schönen Chalets und Romantik auch tierisch gute Begegnungen. Und das schon bei der Anreise, während der sich ein Stop-over bei den Orang-Utans von Sandakan lohnt, wie dieser Reisebericht beweist.
Ungeniert entblößt Heinz sein gelbbraunes Gebiss. Er sitzt keine 20 Meter von mir im Dickicht und gähnt herzhaft. Heinz hat Glück gehabt. Nachdem dieser deutschstämmige Orang-Utan-Mann seinem Herrchen über den Kopf gewachsen war, landete er im Sepilok Wildlife Rehabilitation Centre. Das ist eine der wenigen Auswilderungsstationen auf Borneo und Sumatra, der Heimat dieser großen Menschenaffen, deren angestammter Lebensraum mehr und mehr schrumpft.
Die meisten Orang-Utans stammen aus illegaler Privathaltung oder sind der Abholzung des Regenwalds zum Opfer gefallen. Sie wissen oft nicht, wie man Nahrung sucht, das tägliche Nesterbauen ist ihnen fremd und nicht selten können sie nicht einmal richtig klettern. Keine guten Voraussetzungen für das Leben in der Wildnis. Deshalb werden die "Waldmenschen" von Menschen in Sepilok für den Dschungel fit gemacht. Um die Rehabilitation bezahlen zu können, dürfen Touristen daran teilhaben und eine der Futterplattformen besuchen, an der die Tiere regelmäßig zweimal täglich mit Kuhmilch und Bananen versorgt werden.
Orang-Utans bewegen sich lautlos wie in Zeitlupe. Ihre scheinbare Friedfertigkeit täuscht aber: Häufig werden junge Orang-Utans von eifersüchtigen Männchen einfach aus dem Weg geräumt. Gemächlich und still kommen immer mehr Tiere aus dem Dickicht, obwohl ihnen die ewigen Bananen längst zum Hals heraushängen. Genüsslich aber trinken sie die Milch aus einer Schale, wissen die krummen Früchte geschickt als Werkzeug zu gebrauchen. Seit der Gründung 1965 wurden in dem 43 Quadratkilometer großen Areal von Sepilok rund 200 Tiere ausgewildert, etwa 90 leben zur Zeit im Schutzgebiet. Sie könnten es jederzeit verlassen, Zäune gibt es nicht.
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