
Autor:
Christian Litz
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Nur jede sechste der knapp 1.200 Malediven-Inseln ist von Einheimischen bewohnt. Und nur jede 20. dient als Resort Island. "abenteuer und reisen" hat sich für diesen Bericht auf einer der größten Inseln des Nord-Male-Atolls umgesehen.
Abu Abdullah Muhammad Ibn Battuta, seines Zeichens arabischer Forschungsreisender und Zeitgenosse von Marco Polo, reiste ununterbrochen 24 Jahre lang und 120.000 Kilometer weit durch die Welt (dreimal so viel wie sein Zeitgenosse Marco Polo!). 1325 verließ er seine Geburtsstadt Tanger, 1349 kam er zurück, hatte Indien, China, Ägypten, Syrien, Java, Sumatra, Russland entlang der Wolga, Bulgarien und viele Länder mehr gesehen. Der Mann kannte alles, was damals einen Besuch wert war. Er war auch auf den Malediven, eineinhalb Jahre lang. Ibn Battuta heiratete dort mehrmals und hatte zudem noch Mätressen. In seinen Reisememoiren "Rihla" schrieb er: "Die Malediven sind wie das Paradies." Wenig überraschend. Er schilderte die Malediver zudem als zuverlässig, beeindruckend fleißig, als friedlich und freundlich.
Ibn Battuta zählte 1.192 Inseln, eine davon ist Reethi Rah. Rah heißt Insel, wobei die maledivische Sprache viele Worte für Insel hat. Da sind die kleinsten Unterschiede wichtig. Und so haben sie auf den Malediven ein Wort für Sandbänke einer gewissen Größe, Huraa, solche für Inseln mit Felsen und welche, die sich nach der Höhe der höchsten Erhebung richten. Reethi heißt übersetzt schön. Der Name ist alt, den hat sich kein Tourismusmanager ausgedacht. Gut, früher war die "schöne Insel" kleiner. Sie haben sie versechsfacht vor ein paar Jahren, weißen Sand schiffsladungsweise rangeholt und das Paradies verlängert.
Michael Luible war die ganze Zeit dabei. Er ist der Manager, lebt schon länger auf dem Eiland als alle anderen. Als er Anfang 2004 ankam, war es unbewohnt. Luible stand am Strand, als die Sandkähne kamen, die Bauarbeiterkolonnen, als sie 16.000 Kokosnusspalmen pflanzten, als die schicken Holzhäuser gebaut, die Wege angelegt und das Personal trainiert wurde. Er plante und organisierte, lebte in Zelten, Containern, aß trockenes Brot und freute sich auf das, was da kommen würde bis zur Eröffnung im Mai 2005. Luible sitzt nun in der Bar, trinkt und empfiehlt einen japanischen Cocktail, der Kraft gibt und auch noch gut schmeckt, seltsam, aber gut.
Luible erzählt unterdessen von den Wasservillen: zweieinhalb Meter über dem Meer, das Wasser darunter ist 1,60 Meter tief. Er rattert die Zahlen nur so runter: zwischen 135 und 322 Quadratmeter haben die Villen an Wohnfläche.
Und er erzählt, wie eben Hotelmanager Angeber-Storys erzählen: 54 Küchenchefs mit 14 verschiedenen Nationalitäten, 650 Leute arbeiten hier. 14.000 Liter Diesel verbrauchen die fünf Generatoren für die Stromversorgung pro Tag. Ach ja, wichtig, auf Reethi Rah gibt es 130 Häuser, Wasservillen auf Stelzen, an den künstlich verlängerten Stränden, mit Riesenabständen, damit auch ja keiner jemandem auf den Wecker fallen kann. Dazu Beach-Villen mit eigenen Stränden, mit und ohne Pool. Moment, 650 Angestellte bei 130 Villen, etwa 100 seien im Schnitt belegt, das heißt doch... "Ja, genau, das sind 6,5 Bedienstete pro bewohnte Villa."
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