
Autor:
Andreas Drouve
InsiderTipps
Baja California ist längst kein Geheimtipp mehr. Unser Reisebericht zeigt Ihnen, wo die sonnige Halbinsel noch wirklich lebenswert ist. Mit allem Komfort!
Längst hat der "Golfstrom" Baja California erreicht und elitäre Grüppchen jedweder Art in den schrundigen Zipfel der Halbinsel geschwemmt. Golfer mit 250-Dollar-Budget pro Greenfee ebenso wie finanzpotente Sportfischer, die bei den Mengen an Marlins und Schwertfischen Liebe auf den ersten Biss verspüren. Eine Flut an Spitzenresorts prägt die Kapregion um San Lucas und San José, zwischen Oktober und März legt durchschnittlich ein Kreuzfahrtschiff pro Tag an. Zwischen dem Gestern und Morgen treibt Jesús Corral, Secretario de Turismo in San José, nüchterne Zahlenspiele: "Vor drei Jahrzehnten haben hier unten 5.000 Leute gelebt, heute sind es schon 150.000 und in den nächsten 25 Jahren könnten es eine Million sein." Allerhöchste Zeit, in noch vorhandene Nischen abzutauchen ...
"Jetzt alle raus, ich halte die Kajaks mit Seilen zusammen", ruft Lalo, "und denkt daran: Nicht zu nah ans Ufer, die Brandung ist echt gefährlich!" Mit Flossen und Masken stürzen wir uns in das Mar de Cortés. Voraus rollen die Wellen gegen die Küste, die sich karg und abweisend aufwirft. Wir schwärmen aus, nehmen Schnorchelkurs auf einen Verbund aus vorgelagerten Kloben. Die Sonne zaubert Lichtraster in die kühle See, über Wasser reflektieren die Strahlen in silbrig glitzernden Streifen. Von den Felsen her grunzt und röhrt es, bis die Urheber der tierischen Laute ins Meer gleiten. Ein paar Seelöwen tauchen bis auf wenige Meter an uns heran, ziehen ihre Kreise um die maskierten Zweibeiner. Reglos verfolgen wir die geschmeidig-grazilen Manöver, doch der Erlebnishunger der anderen scheint rasch gestillt. An den Klippen zischt und schäumt es. Lalos mahnende Worte im Kopf, treten wir den Rückzug an.
Im Meeresnationalpark Cabo Pulmo stößt man zum einzigen lebenden Korallenriff im Mar de Cortés vor, hier vermietet ein Golden Girl wie Nancy im staubigen Nest Cabo Pulmo Zimmer für eine Hand voll Dollar. Mit einer Einschränkung: noch! Rundherum sehen Spekulanten ein Riesenpotenzial für den Cabo-Tourismus. Mitten im Nirgendwo haben einige Makler schon ihre Schilder aufgestellt, in der Öde liest man "Beach front lots for sale".
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Werner Beck (nicht überprüft) sagte vor 15 Wochen 6 Tage:
Danke: sehr anschaulich und informativ!
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