
Autor:
Markus Kampp
InsiderTipps
In Ulan Bator braut ein Deutscher Bier. Regelmäßig beliefert er mit seinem Gerstensaft auch die Jurten in der Steppe. Unsere Reporter waren für diesen ausgefallenen Reisebericht mit dem nomadischen Homeservice unterwegs.
Landung in Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei. Wir werden von Ora, einer 30-jährigen Mongolin mit großen, runden Augen und glänzendem, schwarzem Haar begrüßt. Wir haben Oras Wohnung gemietet. Deshalb holt sie uns ab und bringt uns in die Stadt. Die ganze Peace Avenue, die Hauptstraße, entlang stehen wir im Stau. Die halbe Stadt ist auf den Beinen, und das an einem Mittwochabend.
Des Rätsels Lösung heißt Boney M. Die 70er-Jahre-Combo gibt heute Abend ein Konzert im alten Stadion. Es ist mit 25.000 Besuchern ausverkauft. Diejenigen, die nicht mehr reinkommen, bevölkern die Straßenstände und Bars, flanieren in für uns überraschend modischen Outfits. Unsere Wohnung liegt in der Straße 20.000. Straßennamen sind selten. Die Bleibe ist klein, aber gemütlich. Um den Balkon zu betreten, erfordert es schon Gottvertrauen in die mongolische Baukunst. Im staubigen Hof spielen ein paar Kinder und Jugendliche.
Wir müssen gleich wieder los, ins "Khan Bräu", der Kneipe von Klaus Bader. Dieser Deutsche betreibt in Ulan-Bator eine kleine Brauerei. Mit ihm und seinem Bier, dem Khan Bräu, gehen wir auf Reisen. Groß prangt ein Schild "Biergarten" am Eingang des Lokals. Es gibt Sauerbraten und Pommes. In einer Ecke an der kleinen Bar sitzt der leicht untersetzte Schwabe. "Die Mongolei hat für jeden ihr eigenes Flair. Jeder findet etwas, das für ihn das Schönste auf der Welt ist."
Druckreif kommen diese Sätze. Und sie klingen ehrlich. Seit 1996 lebt der Mann in der Mongolei, produziert 300.000 Liter Bier im Jahr, hat zwei Kneipen, eine mongolische Frau und drei Kinder Die Brauanlage stammt von einer Pleite gegangenen Gaststätte in München, seine Mitarbeiter wurden von einem bayrischen Brauer angelernt und er macht den Job, "weil ich selber gern Bier trinke".
Immer wieder zieht es ihn mit ein paar Kästen Bier hinaus aufs Land, zu den Nomaden, kleinen Dörfern und Klöstern. Nicht, dass er es nötig hätte, aber es macht Spaß und Bader liebt sein Produkt.
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Ralf Marx sagte vor 3 Jahre 14 Wochen:
Wer nix wird, wird Wirt! Wer mehr will, wird Brauer. Interessantes Leben, wasd er herr Bader da führt.
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