
Autor:
Jessica Harazim
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Das Schicksal Israels ist eng verwoben mit der Historie dieses Hotels. Im Namen der Freiheit wurden hier Bomben gezündet, Erzfeinde gaben sich nach erbitterten Kämpfen die Hand. Dieses politische Erbe macht das Haus noch heute zu einer der ersten Adressen der Heiligen Stadt.
Völkerverständigung, dieses Wort ist eng verbunden mit der Geschichte des Hotels „King David“: Schon zu Beginn der Bauarbeiten arbeiteten 210 jüdische und 30 arabische Konstrukteure gemeinsam am damals größten Hotelprojekt Jerusalems. Das war 1929. Ein Jahr, in dem anderswo die Konflikte der verfeindeten Parteien eskalierten – allein beim Massaker von Hebron starben 69 Menschen.
Als die einflussreiche ägyptisch-jüdische Bankerfamilie Mosseri mit dem Bau des Luxushauses begann, ging es ihr in erster Linie nicht um die Verständigung der Völker, sondern um rein wirtschaftliche Ziele. Nachdem sie bereits das berühmte „Mena House“ in Kairo mit Blick auf die Pyramiden im Portfolio hatte, sollte nun auch in Jerusalem ein denkwürdiges und gleichzeitig glamouröses Hotel eröffnet werden. Ein Hotel in der Heiligen Stadt mit Sicht auf Felsendom, Grabeskirche und Zionsberg, das königliche Gäste, Staatsmänner und wohlhabende Reisende beherbergte.
Das vierstöckige palastartige Gebäude aus roséfarbenem Kalkstein, entworfen von Architekt Emil Vogt, verfügte zu Beginn über 180 Zimmer und 60 Bäder. Später setzte man dem Bau nochmals zwei Etagen auf. Vogt und der beauftragte Schweizer Innendesigner J. P. Hoffschmid skizzierten Kuppeln, Rundbögen und Dekoration mit religiösen Symbolen – der antike Stil und das Ambiente aus Zeiten des legendären Königs David sollten aufleben. Noch heute kann man den zweifarbigen Marmorboden und die mit wertvollen Intarsien verzierten Decken in der Lobby bewundern.
Im Januar 1931 eröffnete das Hotel. Es offerierte von Beginn an überbordenden Luxus: Das Essen, das in den Speisesälen des Hotels serviert wurde, kam per Nachtzug aus Kairo, Austern importierte man aus Marseille. Die Hotelmanager waren aus der Schweiz. Außerdem wurden 100 Sudanesen eingestellt – als Doormen und Servicekräfte. In ihren farbenfrohen Kostümen mit Pumphosen und roter Kappe avancierten sie zu Aushängeschildern des Hauses. Doch der Aufwand lohnte kaum: Die Gäste blieben aus.
Wegen der weltweiten Wirtschaftskrise und der arabischen Aufstände in Palästina war das „King David“ sogar gezwungen, eine Sommersaison lang zu schließen. Erst 1933 erholte sich das Hotel und etablierte sich bei der illustren Gesellschaft.
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