
Autor:
Dieter Kreutzkamp
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Der 160 Kilometer lange Canyon des Fish River ist schlichtweg grandios. Der Orange River lädt zur Paddeltour und das Küstenstädtchen Lüderitz lockt mit wilhelminischem Charme – und Meer. Ein Reisebericht aus Namibias Süden.
Durch den tiefen Süden Namibias mäandert eine geologische Furche, die zu den größten Wundern Afrikas zählt. Der Fish River Canyon ist der – nach dem Grand Canyon in den USA – zweitlängste Canyon der Welt. Und zweifellos der beeindruckendste in ganz Afrika! 161 Kilometer ist er lang, 2,7 Kilometer breit und rund 500 Meter tief. Einen ersten Eindruck gewinnt man vom Fish River Canyon Viewpoint aus. Eine Sinfonie von Grau- und Braunabstufungen, durchsetzt mit Blass-grün, wo die Wasser der letzten Regenzeit kleine Tümpel im Bett des Fish River hinterließen.
Der Fish River Canyon wird von einem Wandertrail zwischen Main View Point und dem ungefähr 90 Kilometer entfernten Ai-Ais erschlossen, der vom 1. Mai bis 31. September begangen werden darf. Die ersten 16 Kilometer sind wegen des weichen Sands und der großen Felsbrocken die schwierigsten, aber auch die landschaftlich schönsten. Wichtig deshalb: Lassen Sie es langsam angehen! Sollte es Probleme geben, kann der Canyon nur an zwei Stellen, nämlich nahe Palm Springs und südlich des Von-Trotha-Grabs, über einen Notfall-Pfad verlassen werden.
Ein steiler Pfad führt rund 60 Minuten lang unweit vom Main View Point hinab zum Fish River auf den Grund des Canyons. Die Route des ersten Wanderabschnitts bis Palm Springs folgt hauptsächlich der linken Flussseite. Zwei Kilometer vor Erreichen von Palm Springs wird ein zweiter, vom Canyon-Rand herabführender Pfad passiert. In Palm Springs ist ein beliebter Übernachtungsplatz erreicht – dank des dort aus 1.000 Meter Tiefe kommenden 57 Grad heißen Wassers, in dem sich Wanderer gern räkeln und entspannen.Der markante Table Mountain wird 30 Kilometer nach dem Start erreicht.
Ungefähr zwischen Kilometer 50 und Kilometer 65 gibt es drei Abkürzungen, die all jene benutzen, die sich einige Mäander des Flusses ersparen wollen. Etwa bei Kilometer 65 befindet sich auch das Grab von Trothas (German Soldier’s Grave). Bis zu den Ai-Ais Hot Springs ist es dann nur noch etwa ein Tagesmarsch. Dort angekommen sollte man es machen wie die Ureinwohner schon vor Jahrtausenden: Hinein in die heißen Pools!
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