
Thomas Schmidt
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Dies ist eines der wenigen Völker Afrikas, die bislang ihre Ursprünglichkeit ganz gut bewahren konnten. Bislang!
Diese Menschen sehen aus wie mit einem glänzenden Schokoladenguss überzogen. Ihr Lebensraum heißt Kaokoland, was schlampig gesprochen an Kakao erinnern kann. Dabei ist es eine harte Welt. Wie der Teil von einem anders bestrahlten Planeten. Gäbe es auf dem Mond eine Atmosphäre, könnte ich mir vorstellen, dass die Himba als einziges menschliches Volk dort überleben könnten. Sie würden sicher auch dem Mondgestein all das für ein Leben Notwendige abtrotzen. So, wie sie es dem Kaokoveld im Norden Namibias seit 400 oder 500 Jahren abringen.
Himba sind zusammen mit den Herero im 15./16. Jahrhundert aus dem Betschuanaland (dem heutigen Botswana) nach Südwestafrika gewandert. Sie lebten als nomadische Jäger und Sammler im Nordwesten Namibias, im Kaokoland am Kunene (zwischen Angola und den ehemaligen Homelands Owamboland und Damaraland). Die von den übrigen Herero-Stämmen räumlich getrennten Siedlungsgebiete förderten eine getrennte Stammesentwicklung.
Die Halbnomaden der Himba haben sich wie Kletten an dieses Land gekrallt und halten es fest. Trockenheiten zum Trotz und feindlichen Gesinnungen von Nachbarn und weißen Ingenieuren, die ihnen die Wasser des Kunene vielleicht doch noch vor ihrer Nase aufstauen. Mit einem solchen Staudamm würde das einzige noch ziemlich autark lebende afrikanische Volk von den mystischen Blutbahnen seiner Vorfahren abgeklemmt, indem etwa 400 Quadratkilometer Land in den Fluten des Flusswassers versänken. Quadratkilometerweise davon geheiligtes Himba-Land.
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