Kaum zu glauben: Keine Straße führt ins Land des Königs Jigme Dorje Palbar Bista. Das kleine Mustang scheint aus Zeit und Raum gefallen zu sein. Unser Besuch vor Ort ergab ein klares Test-Urteil: Das Himalaya-Reich ist ein Traumziel für Trekkingfreunde.
Ram und Jam tragen nichts außer Flip-Flops an den Füßen. Das ist alles, was sie für den Marsch nach Mustang brauchen. Kein Umweg über zu Hause, kein Abschiednehmen. Sie schnappen sich unsere Zelte und Taschen, das Kochgeschirr. Auf geht’s, eine Woche Himalaya. Träger, das ist hier ein respektabler Job, der bestbezahlte sowieso. Wir waren mit der kleinen Propellermaschine am Morgen nach Jomsom gekommen, ein abenteuerlicher Flug, gerade einmal noch so an den Siebentausendern vorbeigeschrammt, so sah es jedenfalls durch die halb erblindeten Kabinenfenster aus.
Monate vorher, als die Redaktion anrief: „Willst du eine Story über Mustang machen?“, antwortete der Reporter eilfertig: „Pferde oder Autos?“ Aber ein Königreich? Nie gehört … Wenig ist bekannt über Mustang, das bis heute nur zu Fuß oder zu Pferd erreichbar ist. Entstanden um 1400, vom tibetischen Buddhismus geprägt, heute ein Teil von Nepal. Kaum 6.000 Untertanen gibt es im kleinen Reich von König Jigme Dorje Palbar Bista, aber viele hohe Berge.
Kurz hinter Jomsom passieren wir einen Polizeiposten, Mustang ist immer noch „restricted area“, rein darf nur, wer ein gültiges Trekkingvisum mit den richtigen, wichtigen Stempeln aus Kathmandu mitbringt (und vorher 500 US-Dollar auf den Tisch gelegt hat). Gefühlte zehn Meter über unseren Köpfen setzt die nächste Propellermaschine zur Landung an. Vor uns breitet sich das Kiesbett des sommerlich trockenen Kali-Gandaki-Flusses aus.
Ein Motorrad mit chinesischem Kennzeichen quält sich vorbei, Scharen indischer Pilger in bunten Gewändern begleiten uns, ihr Ziel ist das Hindu-Heiligtum Muktinath. In Kagbeni biegen sie nach Osten ab, wir bleiben, haben die Wahl zwischen „Hillton Hotel“ oder „Yak Donalds“. Seriöser klingt „Annapurna Hotel“. Bei Reis und Fladenbrot sehen wir Nachrichten im Fernsehen. Generator und Satellitenschüssel bringen die Welt nach Mustang.
Archaische Bilder beim Aufbruch am nächsten Morgen: Frauen waschen Teppiche im Dorfbach, schöpfen Wasser in großen Kupferkannen, ein Mann rasiert sich vor seinem Haus, in der Hand eine Spiegelscherbe, Ziegenherden werden durch staubige Gassen getrieben, von der Wehrmauer des Klosters bellen wütende Wachhunde, wahrhaft Furcht einflößende kalbgroße Mastiffs und Tibet-Terrier. Spielen wollen die bestimmt nicht.
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Auf Himalaya-Trekking in Nepal 
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