
Autor:
Clemens Emmler
InsiderTipps
Wir haben Ihnen ein Best-of-Paket der grünen Inseln geschnürt. Darin finden Sie packende Reiseberichte über Christchurch, Golden Bay, Tasman Bay und Marlborough Sounds, die grüne Westküste und Fiordland. Außerdem führen wir Sie zur Bay of Plenty, zum Urewera National Park und zur Coromandel Peninsula auf der Nordinsel.
John Robert Godley, 1814 in Dublin geboren, hatte einen Traum. Er wollte eine Kolonie schaffen, in der Staat und Kirche eins sind und eine wohlwollende Oberschicht regiert.
In London gründete er die Canterbury Association, die von zwei Erzbischöfen, sieben Bischöfen, 14 Lords, vier Baronen und 16 Parlamentsmitgliedern unterstützt wurde. Zweck der Vereinigung war es, Geld aufzutreiben und Arbeiter für das neue Klein-England zu finden, die nach strengen Kriterien ausgewählt werden sollten. Ein Auswanderungswilliger musste eine Bescheinigung seines Vikars beibringen, dass er ein „ordentlicher, fleißiger und ehrlicher Mann“ sei und „dass er und seine Familie zu den angesehensten Bürgern der Gemeinde“ gehörten.
Die ersten vier Schiffe landeten 1850 im Hafen Lyttelton bei Christchurch. Doch die hehre Idee zerbrach bald an der Realität einer menschenarmen, jungen Kolonie: Siedler mit anderen Denkweisen und Religionen vermischten sich mit der anglikanischen Enklave – nur fünf Jahre später, 1855, löste sich die Canterbury Association geordnet auf. Und das fromm klingende Christchurch wurde eine „normale“ Stadt.
Zwei Lieben prägen das öffentliche Leben: Die eine gehört den Gärten, die andere der Tradition. Letztere ist vielleicht deshalb so groß, weil so wenig davon da ist – die Stadt ist ja nur 150 Jahre alt. Den Stadtbummel beginnt man am besten am Cathedral Square. Vom Turm der neugotischen Kathedrale bietet sich ein hübscher Rundblick auf die Stadt. Auf dem Platz vor der Kirche steht Gründervater Godley. An diversen Ständen werden Kunsthandwerk und Fast Food aus aller Herren Länder angeboten.
Der erste Weg sollte nun den Worcester Boulevard entlangführen. Dort, wo er auf den Avon trifft, liegt das Informationszentrum der Stadt. Gegenüber steht ein warm gekleideter Herr auf einem Podest: der Polarforscher Robert Falcon Scott. Rechts steht die imposante neue Stadtgalerie, linker Hand folgt das Gelände der alten Universität. In den neugotischen Türmchen und Arkaden wirkt das Christchurch Arts Centre mit Cafés, Restaurants, dem einzigen professionellen Theater der Stadt und Geschäften mit Kunsthandwerk. Zum Wochenende wird auf dem Vorplatz immer ein bunter Markt abgehalten.
Am Ende des Worcester Boulevard liegt das Canterbury Museum, daneben befindet sich der Botanische Garten. Er ist immer einen Besuch wert, und wer in Christchurch seinen Fernflug beendete, sollte sich diese Pracht sogar als Erstes gönnen – auf einem langen erholsamen Spaziergang durch die Gärten und den anschließenden Hagley Park. Dort kann man Golf spielen und Rad fahren. Auf den ausgedehnten Wiesen finden zahlreiche Feste statt: Konzerte von Pop bis Klassik, Weinmessen und ein Feuerwerk der Stadt – Sparks in the Park.
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