
Autor:
Knud Kohr
InsiderTipps
Nach langer Anreise steht man in der großartigen Wildnis Neuseelands. Und die lässt sich von Level zu Level immer tiefer erkunden. Lesen Sie unseren Reisebericht.
Game loading... Rotorua ist der älteste Touristenort auf Neuseelands Nordinsel. In einem Hotelzimmer in Rotorua liegt unser Reiseplan aus. Er kündigt bevorstehende Abenteuer an: Streifzüge durch Regenwälder. Flüge über Vulkankrater. Lodges mit frei laufenden Tieren. Die beigelegten Fotos sehen aus wie ein Abenteuerspiel, dessen Wildheit sich von Level zu Level steigert. Kurz betrachte ich mein Gesicht im Spiegel: Huch! Die lange Anreise ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Dann hupt es vor dem Fenster. Level eins beginnt.
Drei Minuten später bin ich auf dem Weg zum Whirinaki Rainforest. Wenn man in Europa das Wort Regenwald hört, denkt man an die Tropen, an Schlangen, Affen und im Unterholz lauernde Raubkatzen. Doch der Wald, in den unser Führer - ein 58-jähriger Maori namens Hoani - den Fotografen und mich auf immer engeren Straßen fährt, sieht anders aus.
Schon vor 85 Millionen Jahren hat sich Neuseeland vom Urkontinent abgespalten. Seitdem entwickelte sich die Fauna und Flora unabhängig von den anderen Kontinenten. Die Äste der moos- bewachsenen, tropfnassen Bäume links und rechts der Straße ragen so weit über den Weg, dass sie uns ins Auto greifen, wenn wir die Fenster offen halten.
Dafür springen dazwischen keine gefährlichen Tiere herum: Als das Land sich selbstständig machte, gab es noch keine Säugetiere oder Schlangen. "Neuseeland zu erforschen ist, wie einen anderen Planeten zu erforschen", sagte mal ein Biologe. Nach dieser Fahrt sind wir derselben Meinung.
Hoani hält an einer kleinen Lichtung. Er spricht ein Gebet, bevor er den Wald betritt. Maori sehen den Wald als Heimat und spirituelles Wesen gleichzeitig an. Wir straucheln hinter Hoani ins Gehölz. "Das ist Pikopiko", sagt er und zeigt auf einen Farntrieb. "Unsere Nationalpflanze. Ziert das Landeswappen. Schmeckt aber auch ganz gut mit Essig und Öl." Das unscheinbare Blatt daneben indes sollen wir lieber nicht probieren. "Wenn man das auskocht und eine Pfeilspitze darin eintaucht, stirbt ein getroffener Gegner in vier Sekunden."
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