
Autor:
Bettina Kowalewski
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Unsere Serie über außergewöhnliche Unterkünfte geht weiter. Diesmal sind wir zu Besuch im niederländischen Den Haag, wo Abfallarchitekt Denis Oudendijk zwei ehemalige Hochsee-Rettungskapseln zum schwimmenden Hotel umfunktioniert hat. Ein Reisebericht.
Ein merkwürdiges knatterndes Kasten-Dreirad fährt vor, ein drahtiger Typ mit Backenbart, leuchtenden braunen Augen und im Blaumann begrüßt mich: Denis Oudendijk, Hotelbesitzer und Abfallarchitekt. Sein Gefährt ist ein ausrangiertes Vehikel der Straßenkehrer Den Haags. Wie passend! Denn Denis sammelt Dinge, die andere als unbrauchbar aussortiert haben, und funktioniert sie um, re-funktioniert sie, wie er es nennt.
So wie das Müll-Gefährt, mit dem er bei Bedarf Gäste vom Bahnhof abholt. Und wie sein Hotel, das in der Gracht vor uns im Wasser schaukelt wie in einer Szene aus einem Sciencefiction-Film: zwei orange leuchtende Ufos vor der Kulisse kühner holländischer Architektur mit rundem Hochhaus am Horizont.
„Ich suchte nach einem Rettungsboot und fand die Kapseln. Damit konnte ich zwar nicht wirklich besser nach Müll am Wasser suchen, wie ich es vorgehabt hatte, aber ich mochte sie auf Anhieb so, dass ich sie einfach kaufen musste. Der anschließende Transport kostete mich fast so viel wie der gesamte Kaufpreis. Ich habe auch eine Weile drin gewohnt. Man muss den Dingen eine Chance geben und ihnen zuhören. Wenn du etwas findest, höre gut hin, denn es sagt dir, was es sein möchte“, erzählt der Künstler.
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