
Autor:
Frank Heuer
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InsiderTipps
Unser Reisebericht führt uns erst aufs Wasser. Und dann in die Luft. Schöner kann man sich diesem Gewässer nicht nähern. Was fehlt? Eine Traktor-Rallye auf Selbstzünder-Veteranen!
Richtig ist, dass der Panoramablick vom Schafberg aus einer der schönsten der Alpen ist. Richtig ist aber auch, dass der Flug mit einem Gleitschirm vom Gipfel über den See alles andere bei weitem übertrifft. Schon die Anfahrt ist außergewöhnlich: Mit dem Boot über den See. Dann in die so genannte Zacke, eine 16 Tonnen schwere Zahnradbahn. Dampfend und schnaubend bringt uns das schwarz-rote Ungetüm in luftige Gipfelnähe. Von da sind es nur noch ein paar Meter bis zum Startplatz. Der Rest ist Warten. Auf den richtigen Wind.
Hartmuts Einweisung in die Kunst des Fliegens ist kurz und bündig. "Wenn das so bleibt, starten wir. Sobald ich o.k. rufe, läufst du, so schnell du kannst! Den Rest mache ich." Warten auf den ersehnten Luftzug ist zermürbend. Trotz sensationeller Aussicht: sieben Seen und zahlreiche Alpengipfel. Wie im Himalaya fächern sich die Silhouettenreihen der Berge im Gegenlicht.
Ein leichter Aufwind bewegt kaum merklich das winzige Fähnchen aus Segeltuch. Die Warterei hat ein Ende. Ich höre noch Hartmuts Kommando "Lauuf...!!!" und das Rascheln des Schirms. Gemeinsam stürmen wir Richtung Abgrund. Ein kurzer Blick nach oben, der Schirm steht schon. Kein Zurück ab hier. Nur noch wenige Meter bis zur Kante. Dann treten meine Füße ins Leere, tasten ins Nichts. Kein Boden mehr. Mein einengendes Korsett aus Gurtzeug strafft sich und zieht mich sanft in die Höhe. Wir fliegen! Unter uns die Alm - über uns der Himmel. Ein schier grenzenloses Gefühl von Freiheit. Bald schweben wir direkt über dem Wolfgangsee.
"Wollen wir noch ein paar Spiralen drehen?" "Ja, warum eigentlich nicht?" Schlagartig bringt Hartmut den Schirm fast in die Horizontale - Sadomaso am Gleitschirm. Es beginnt zu rauschen und zu pfeifen, die Geschwindigkeit presst mich in mein Gurtzeug. Wir schrauben uns drehend und fast waagrecht in der Luft liegend wahnsinnig schnell in die Tiefe. Beim ersten Mal raubt es dir den Atem, der Magen sinkt in die Tiefe. Krampfhaft klammern sich die Hände an den dünnen Nylonriemen fest. Dann siegt die Angst und du schreist endlich: "Stopp!" Danach will man noch mal.
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