
Autor:
Raimund Haser
Weitere Reportagen
Winterwunderland
Ein abenteuerliches Wintermärchen
Relaxt und gedimmt
Viel Holz in der Hütte
Naturbeobachtung in Tirol Outdoor-Paparazzi
Kurz mal nach Innsbruck Alpines Stadt-Feeling
InsiderTipps
Der Weiße Rausch, eines der waghalsigsten Massen-Skirennen der Welt, krönt alljährlich Ende April in St. Anton die Wintersaison. Dann stürzen sich 500 Rennläufer gleichzeitig ins Tal. Wer als Erster unten ist, hat gewonnen. Das klingt einfacher, als es ist ... wie unser Reisebericht zeigt.
Es wird schon fast wieder dunkel auf der Valluga. Dort, wo die Gondelbahn endet und Schilder den Wanderern im Sommer den Weg zur Leutkircher und zur Ulmer Hütte weisen, herrscht um diese abendliche Stunde normalerweise Totenstille. Ein Kleinod inmitten der Umtriebigkeit dieser Welt.
Dort oben lässt sich leicht vergessen, dass St. Anton am Arlberg jenes weltberühmte Skigebiet ist, für das Kanadier und Chinesen im Urlaub ein Vermögen ausgeben, in dem Wladimir Putin den WM-Slalom von 2001 live miterlebt hat, und in dem es sich ein gewisser Moser-Wirt erlauben kann, für ein Glas Bier mittlerer Qualität 5,30 Euro zu verlangen.
Auf der Valluga spielt das alles keine Rolle. Hier oben rückt der Traum von der Unendlichkeit näher. Außer am letzten Samstag im April. Dann ist der Traum dahin. Zumindest für ein paar Stunden.
Denn ab Mittag wird an der Valluga-Bergstation nur noch geschraubt und gewachst, gelacht und gewettet. Männer mit wilden Bärten, krummen Stöcken und langen Skiern hauen sich auf die Schenkel, um warm zu werden.
Sie reden über den Massenstart um 17 Uhr, über die neun Kilometer lange Strecke, über den kleinen, schmerzhaften Hügel, den die Fahrer gleich nach dem Start hinauflaufen müssen, und über den Weg, der übers Valfagehrjoch, die Ulmerhütte und das Steißbachtal hinunter nach St. Anton führt.
Die neun Kilometer Abfahrtslauf – zum Vergleich: Die WM-Abfahrtsstrecke von 2001 war nur 3300 Meter lang – schaffen die Besten in etwas mehr als acht Minuten. Der Rest muss aufpassen, dass es nicht dunkel wird, bevor man den großen Schneehügel erreicht, hinter dem das Ziel, hunderte Zuschauer und ein bisschen Ruhm warten.
Mögen auch die Österreicher bisher öfters gewonnen haben als die Deutschen – wenigstens am Titel des Rennens ist eine Deutsche schuld. Denn unter der Regie von Arnold Fanck gewann die Schauspielerin Leni Riefenstahl 1931 im Kultfilm „Der weiße Rausch – neue Wunder des Schneeschuhs“ ein Skirennen in St. Anton und verhalf dem damals noch jungen Sport vor einem Millionenpublikum zu Aufmerksamkeit und Ruhm.
ReiseBuchung
Reisewetter aktuell
Das aktuelle Reisewetterfür Ihr Reiseziel
Reisebücher
-

Die Zukunft der Jurte
mehr Infos -

Das Kochbuch des Kannibalen
mehr Infos -

Tee
mehr Infos -

Das Dorf, das Dorf, die Erde, die Erde ...
mehr Infos -

Das koloniale Indien
mehr Infos -

Die besten Single-Reisen
mehr Infos

Kommentar hinzufügen