
Autor:
Andreas Hub
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Wandern auf fast 5.000 Meter Höhe – ohne Gepäck. Das tragen Mulis ... Nachts in Komfort-Lodges vom Daunenbett aus in die Sterne schauen. Und als Höhepunkt: die Inkafestung Machu Picchu. Lesen Sie den Reisebericht von Andreas Hub
Also, die Margot, die hat ja damals am Kilimandscharo so was von gekotzt“, erinnert sich der Journalistenkollege genüsslich. Hohe Berge, das ist ein Thema, das jedem Flachlandtiroler Steilvorlagen für Horrorstorys aller Art liefert. Mein Hausarzt wird konkreter und blickt mich, den Anden-Anfänger, mit ernster Miene über den Brillenrand hinweg an: „Das schaffen Sie nicht, Herr Hub“, sagt er, „nicht in Ihrer körperlichen Verfassung.“
Dabei klingt das Angebot so verlockend: eine Woche Trekking fast ohne Gepäck, denn das tragen Mulis. Höhen bis 4.800 Meter und dennoch Schlafen in komfortablen Lodges. Das müsste doch zu machen sein, Herr Doktor! „Laufen Sie los, heute noch, nicht morgen, nicht übermorgen“, mahnt der marathonerfahrene Arzt. Nach fünf Monaten intensiven Trainings ist der Autor fit. Glaubt er – zumindest bis zur ersten Treppenstufe im Hotel am Titicacasee.
Die ist ganz schön hoch: 3.810 Meter über dem Meeresspiegel. In der Lobby gieren hysterisch hechelnde Gäste nach dem nächsten Schluck aus der Sauerstoffpulle, die herumgereicht wird wie einst der qualmende Joint. Ich schleppe mich noch zwei Etagen höher und dort mit pochendem Puls ins Bett.
Aber am nächsten Morgen sieht alles schon besser aus, am übernächsten erst recht. Ein bisschen Boot fahren auf dem höchsten schiffbaren See der Welt, die berühmten schwimmenden Inseln mit den knallbunt gekleideten Uro-Indianern besuchen, spazieren gehen, viel Nichtstun, sich im positiven Sinne langweilen ist angesagt.
„Diese Akklimatisierungstage“, sagt Christoph Thoma vom DAV Summit Club, „bauen wir mit Absicht ein. Der Körper gewöhnt sich sehr schnell an die Höhe und das hilft später enorm. Es geht ja noch mal 1.000 Meter höher!“ Über den Altiplano, eine fruchtbare Hochebene zwischen schneebedeckten Andengipfeln, fahren wir in die alte Hauptstadt Cusco. Die kolonialen Bauten der spanischen Eroberer ruhen auf Inkafundamenten: riesige Quader, ohne Mörtel millimetergenau eingepasst.
Barocke Paläste mit folkloristischen Einsprengseln, die prächtigen Kirchen um die immer geschäftige Plaza de Armas und die Lage am Hang mit Blick aufs Gebirge machen Cusco zu einer der schönsten, aber auch kühlsten Städte Südamerikas. Auf 3.500 Meter Höhe – immerhin gute 530 Meter „über der Zugspitze“– sitzt man nicht mit dem T-Shirt im Straßencafé.
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